Fahrbericht BMW 328i : Jenseits des Muscle-Shirts

14.08.2012 08:00 Uhrvon
  • Beim 3er von BMW kommen seit jeher zweierlei Assoziationen auf. Einerseits ist er das sportliche Premium-Auto und Liebling von Vielfahrern. Auf der anderen Seite prägen auch Klischees von Muscle-Shirts und Goldkettchen das Image. Letzteres ist nicht unbedingt im Sinne des Herstellers, der seinen wichtigsten Umsatzträger am liebsten ausschließlich im Premiumsektor ansiedeln würde. Foto: Markus Mechnich
    Beim 3er von BMW kommen seit jeher zweierlei Assoziationen auf. Einerseits ist er das sportliche Premium-Auto und Liebling von Vielfahrern. Auf der anderen Seite prägen auch... - Foto: Markus Mechnich
  • Beide Gruppen schätzen an dem Mittelklässler aus München vor allem die fahrdynamischen Eigenschaften. Der 3er ist auch heute noch der sportlichste Beitrag in seinem Segment. Vor allem der 328i, den es allerdings erst seit 1990 gibt und der seitdem die früheren Volkssportler der Baureihe, den 323i und später den 325i ablöste. Beim Vorgänger, der bis letztes Jahr gebaut wurde, gab es den 328i allerdings nur in bestimmten Ländern. Mit der Neuauflage kam dann das Aus für den 325i. Foto: Markus Mechnich
    Beide Gruppen schätzen an dem Mittelklässler aus München vor allem die fahrdynamischen Eigenschaften. Der 3er ist auch heute noch der sportlichste Beitrag in seinem Segment. Vor... - Foto: Markus Mechnich
  • Mit dem Modellwechsel im Herbst vergangenen Jahres hat BMW allerdings mit einer Tradition gebrochen. Unter der Haube findet sich kein seidenweicher Sechszylinder mehr. Vielmehr soll mit einem doppelt aufgeladenen Vierzylinder die gleiche Sportlichkeit erzielt werden. Ob der genauso leistungsfähig ist haben wir uns mal angeschaut. Foto: Markus Mechnich
    Mit dem Modellwechsel im Herbst vergangenen Jahres hat BMW allerdings mit einer Tradition gebrochen. Unter der Haube findet sich kein seidenweicher Sechszylinder mehr. Vielmehr... - Foto: Markus Mechnich

Weniger ist manchmal mehr. Das ist zumindest beim BMW 328i so, denn der hat zwei Zylinder weniger und dennoch mehr Leistung. Bringt die Schrumpfkur auch Gewinn und kann sich der Volkssportler unter den 3ern von Muscle-Shirt und Goldkettchen absetzen. Wir haben mal genau hingeschaut.

3er BMW, ein 328i! Das hört sich erst mal nach Muscle-Shirt, nach Gel im Haar, aufgeklebtem „M3“-Aufkleber und Flammrohr am Heck an. Speziell der 328i ist ein beliebtes Objekt von Bastlern und Tunern gewesen. Eine kurze Suche auf den Automärkten im Internet genügt, um diese These mit Hochglanzfelgen, Tieferlegungen, breit gespachtelten Radläufen und Spoilern zu belegen. Alternativ lässt sich das auch mit einem Spaziergang durch Wedding, Kreuzberg oder Neukölln am Freitagnachmittag erledigen. Wahlweise hat auch der Kudamm manchmal schöne Exemplare von getunten Blau-Weißen zu bieten.
Das Auto, das hier vor uns steht, passt zu diesem Klischee nicht so wirklich.

Der 328i, der uns für diesen Test zur Verfügung gestellt wurde, ist zwar feuerrot und sieht sehr sportlich aus. Aber irgendwie ist der klassische Heckspoiler oder die tiefe Frontschürze an diesem Fahrzeug schwer vorstellbar. Ist er nun wirklich erwachsen geworden, der 3er? Das war oft zu lesen seitdem die sechste Generation im vergangenen Herbst vorgestellt wurde. Auf jeden Fall positioniert BMW sein umsatzstärkstes Modell oberhalb der Volkssportler à la Golf GTI oder Astra OPC.

Doppelt aufgeladen

Ist weniger wirklich mehr? Mit vier Zylindern geht der BMW 328i nun auf Kundenjagd. Foto: Markus Mechnich
Ist weniger wirklich mehr? Mit vier Zylindern geht der BMW 328i nun auf Kundenjagd. - Foto: Markus Mechnich

Ist das schon erwachsen? In der Länge hat der neue 3er vielleicht zugelegt, um genau 93 Millimeter. Beim Motor hat der 328i allerdings kräftig abgespeckt. Nicht bei der Leistung, natürlich möchte man fast sagen. Das wäre nicht sehr BMW-like. Der Vorgänger hatte noch 233 PS, der neue kommt auf 245 PS. Aber bei den Zylindern, da wurde das Messer angesetzt. Beim Blick unter die Haube sucht man den kultivierten, kraftvoll singenden Reihensechszylinder vergebens. Vielmehr steckt da jetzt ein doppelt aufgeladener Vierzylinder drin. Den Tuner wird es enttäuschen, den Pragmatiker erfreuen.

Dabei hat eigentlich keiner der beiden Grund Trübsal zu blasen. Denn dank den zwei Turboladern und einem Drehmoment von 350 Newtonmeter, das bereits ab 1250 Umdrehungen pro Minute anliegt, ist dieser BMW alles andere als eine lahme Ente. Vielmehr geht sprintet der 328i in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und braucht so nur 0,4 Sekunden länger als der große Bruder 335i mit seinem Sechszylinder mit 306 PS. Weniger muss also nicht zwangsläufig weniger Spaß machen.

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So eine fantastische Bundesregierung hat es seit Gründung der Bundesrepublik noch nicht gegeben! Eine ausgefeilte Good-cop-bad-cop-Show stellt an schierem Unterhaltungswert alles in den Schatten, was auf sämtlichen Privatsendern zusammen produziert wird.
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