Fahren ohne Führerschein : Paris Hilton muss ins Gefängnis

Hotelerbin und Partygirl Paris Hilton war den Tränen nahe: Ein Gericht in Los Angeles verdonnerte die 26-Jährige zu einer 45-tägigen Gefängnisstrafe, weil sie nach dem Einziehen ihres Führerscheins Auto gefahren war.

Los Angeles - Die Millionenerbin war persönlich vor Gericht erschienen und sagte immer wieder "Es tut mir leid, es tut mir leid". Hiltons Anwalt Howard Weitzman kritisierte das Urteil als "unangemessen und an der Grenze des Lächerlichen". Er kündigte Berufung an. Hilton, eine der meist fotografierten Frauen der Welt, soll die Strafe am 5. Juni antreten.

Richter Michael Sauer folgte nach rund dreistündiger Anhörung am Freitag mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Hilton Verstoß gegen ihre Bewährungsauflagen vorgeworfen hatte. Wegen Trunkenheit am Steuer hatte Hilton im Januar ihren Führerschein eingebüßt, darüber hinaus wurde ihr eine dreijährige Bewährungsstrafe aufgebrummt. Am 27. Februar wurde sie dann allerdings erneut angehalten, als sie ihren Bentley mit nicht eingeschalteten Scheinwerfern und überhöhtem Tempo über den Sunset Boulevard in Hollywood steuerte.

"Ich halte mich an die Gesetze"

Das Gericht ließ die Argumentation der Verteidigung nicht gelten, derzufolge die Hotelerbin nicht gewusst habe, dass sie mit Fahren ohne Führerschein gegen die Auflagen verstoßen habe. Schon am 15. Januar sei sie laut Anklage von der Autobahnpolizei angehalten und auf den Verstoß aufmerksam gemacht worden. Ihre Strafe soll Hilton am 5. Juni in einem Gefängnis in Los Angeles antreten. Wenn sie nicht erscheint, kann die Haftdauer auf 90 Tage hochgesetzt werden.

Die Hotelerbin, die im schwarzen Kostüm und weißer Bluse zur Verhandlung erschien, entschuldigte sich vor der Urteilsverkündigung für ihre Verfehlung. Ihr Manager habe ihr gesagt, sie dürfe fahren, beteuerte Hilton. "Ich habe gemacht, was mir gesagt wurde. Ich würde niemals einfach nur so losfahren. Ich halte mich an die Gesetze."

Verspätet zur Verhandlung

Die Eltern des Klatschspalten-Stars, Rick und Kathy Hilton, zeigten sich im Gerichtsaal empört über das Urteil. "Sie sind lächerlich", rief Kathy Hilton den Vertretern der Staatsanwaltschaft zu, bevor sie sie sarkastisch um Autogramme bat. Verteidiger Weitzmann sagte, seine Mandantin sei nur wegen ihrer Prominenz ins Visier der Strafverfolger geraten. Das Urteil sei völlig unangemessen. Der Chefankläger von Los Angeles, Rocky Delgadillo, sah dies ganz anders: Das Urteil habe deutlich gemacht, dass sich in Los Angeles niemand über das Gesetz stellen könne, erklärte er.

Hilton traf etwa eine Viertelstunde zu spät bei der Verhandlung ein, in ihrem Schlepptau befanden sich etwa 60 Paparazzi und Reporter. Von umstehenden Gebäuden riefen ihr Bauarbeiter "Jetzt geht's ins Gefängnis" zu. Dutzende Fernsehteams, Übertragungswagen und Fotografen hatten sich rund um das Gerichtsgebäude aufgebaut, das sich normalerweise mit kleineren Verkehrsdelikten befasst. Sogar von lokalen Nachrichtensendern gecharterte Hubschrauber kreisten über dem Gelände. (tso/AFP)

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