Welt : Fahrstuhl zum All

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Washington Die Vision ist mehr als 100 Jahre alt, der russische Weltraumpionier Konstantin Ziolkowsky hatte 1895 die erste Idee zu einem Weltraumfahrstuhl – wird sie irgendwann Wirklichkeit? Bis in 100000 Kilometer Höhe würden Raumschiffe direkt im Weltall montiert, ärmere Länder hätten Zugang zum Orbit, Satelliten könnten repariert statt ersetzt werden, schwärmt der Projektleiter Bradley Edwards aus Fairmont im US-Bundesstaat West-Virginia.

Die Energie von Sonnenkollektoren im All könnte zur Erde übertragen werden, selbst außerirdische Siedlungen würden denkbar. Mit dem Lift sollen bemannte Reisen zum Mond, zu Venus, Mars oder Jupiter einfach und billiger werden.

Im Jahr 2000 hat Edwards seinen ersten visionären Vortrag gehalten, jetzt beraten auf einer internationalen Konferenz in Washington Wissenschaftler über technische, wirtschaftliche und Sicherheitsaspekte eines solchen Aufzugs.

„Nichts muss neu entdeckt oder von Grund auf neu erfunden werden“, sagte Edwards. In 15 Jahren könnte der Traum verwirklicht sein, glaubt er. Das wäre ein Jahr vor der von US-Präsident Bush für 2020 avisierten Reise zum Mars.

Edwards Idee klingt einfach: Zuerst will er ein fünf Zentimeter breites Band aus Kohlenstoffnanoröhrchen – 10000 Mal dünner als ein Haar, aber über 100 Mal fester als Stahl – ins Weltall schaffen und mit einer Plattform im Pazifik verbinden. Dann soll es auf einen Meter verstärkt werden. Durch die Erdanziehung und die Zentrifugalkräfte bei der Erdumdrehung bleibe das Band auf Spannung, meint Edwards. Ein Laser soll Energie für den Fahrstuhlmotor liefern.

Damit könnten 14 Tonnen Ladung in die Höhe gezogen werden. Die Transportkosten würden von jetzt 10000 bis 40000 Dollar auf dann etwa 100 Dollar für ein halbes Kilo Ladung sinken, verspricht Edwards.

Die Herstellungskosten sollen sich auf rund 8 Milliarden Dollar belaufen. dpa

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