Welt : Fall Adelina: Stiefvater des verschwundenen Mädchens verhaftet

stg

Knapp drei Wochen nach dem Verschwinden der zehnjährigen Adelina aus Bremen-Kattenturm haben die Ermittler den Stiefvater des Mädchens in Untersuchungshaft genommen. Der 31-jährige Deutsch-Russe lebt im selben Stadtteil wie Adelina und ihre Mutter.

Die Verhaftung des 31-Jährigen bedeute aber nicht, "dass ein Durchbruch in der Aufklärung des Falles gelungen ist", teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die vorhandenen Verdachtsmomente müssten jetzt durch weitere Ermittlungen und Sachbeweise erhärtet oder ausgeräumt werden. Ergebnisse sollen am heutigen Freitag mitgeteilt werden.

Der Verdacht gegen den Mann "steht noch auf wackeligen Füßen", sagte ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel. In seiner Wohnung seien Spuren gefunden worden, die jetzt vom Bundeskriminalamt auch mit Hilfe von Gen-Analysen ausgewertet würden. Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um Blutspuren handeln.

Die Polizei hat nach wie vor die Hoffnung, dass Adelina noch lebt. Neben der Überprüfung des Stiefvaters gehen die Ermittler auch völlig anderen Spuren nach. Zum Beispiel prüfen sie, ob die versuchte Entführung einer 13-jährigen Schülerin in Hatten bei Bremen am vergangenen Dienstag im Zusammenhang mit Adelinas Verschwinden stehen könnte. Weitere Informationen würden "aus akut ermittlungstaktischen Gründen" nicht gegeben, hieß es. RTL berichtete auf seiner Internet-Seite, dass sich Adelinas Mutter offenbar von dem 31-jährigen Russen scheiden lassen wollte. Im Falle einer Scheidung würde er abgeschoben. Hier werde das Motiv für eine mutmaßliche Entführung vermutet, hieß es bei RTL. Die Polizei bestätigte diese Angaben nicht und betonte, das Motiv sei völlig offen.

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