• Fall der 43 verschleppten Studenten: Flüchtiger Vize-Polizeichef in Mexiko verhaftet

Fall der 43 verschleppten Studenten : Flüchtiger Vize-Polizeichef in Mexiko verhaftet

Nach dem Verschwinden der 43 Studenten in Mexiko ist der flüchtige Vize-Polizeichef gefasst worden. Ihm wird vorgeworfen, als Komplize der Drogenmafia die Auslieferung von 13 Studenten an eine kriminelle Organisation veranlasst zu haben.

Ein abgesperrtes Waldstück in Mexiko. Nach den vermissten 43 Studenten wurde lange gesucht.
Ein abgesperrtes Waldstück in Mexiko. Nach den vermissten 43 Studenten wurde lange gesucht.Foto: dpa

Im Fall der 43 in Mexiko verschleppten Studenten ist ein flüchtiger Vize-Polizeichef festgenommen worden. Die Bundespolizei habe den früheren Vize-Chef der städtischen Polizei im südmexikanischen Iguala, Francisco Salgado Valladares, am Donnerstag gefasst, teilte das mexikanische Innenministerium mit. Der Zugriff erfolgte demnach, als Salgado zu einem Treffen in Cuernavaca, rund 90 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt, eingetroffen sei. Bei dem Polizisten, der sich bis dahin bei Verwandten versteckt habe, sei ein Sturmgewehr gefunden worden.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der mit der Drogenmafia kooperierende Bürgermeister von Iguala der Polizei im September befohlen, die Lehramtsstudenten abzufangen. Sie waren demnach in der Stadt, um eine Rede der Frau des Bürgermeisters zu stören. Die städtische Polizeitruppe nahm laut Staatsanwaltschaft 43 Studenten fest und übergab sie dann der Drogenbande Guerreros Unidos. Diese hätten die Studenten ermordet und ihre Leichen verbrannt.

Das Innenministerium erklärte nun, Salgado werde vorgeworfen, die Auslieferung von 13 Studenten an eine kriminelle Organisation veranlasst zu haben. Der 41-jährige Polizist kassierte von der Drogenbande demnach 39.000 Dollar (34.500 Euro) monatlich, um seine schützende Hand über sie zu halten. Das Verschwinden der Studenten hatte in Mexiko eine Protestwelle ausgelöst. Auch die Regierung von Staatschef Enrique Peña Nieto sieht sich in der Sache massiver Kritik ausgesetzt. (AFP)

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