Fall Jennifer : 15-Jähriger wegen Mordes verurteilt

Ein 15-Jähriger aus dem sächsischen Annaberg ist wegen Mordes an der 13-jährigen Jennifer zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Nach Ansicht des Gerichtes ging der Täter mit "außergewöhnlicher Brutalität" vor.

Chemnitz - Die Jugendkammer des Landgerichts Chemnitz sah es als erwiesen an, dass der damals 14-Jährige das Mädchen im Mai dieses Jahres in ein Abrisshaus lockte und anschließend tötete. Auslöser der Tat war laut Anklage der Streit um einen MP3-Player. Die ungewöhnliche Höhe der Jugendstrafe sei durch die "außergewöhnliche Brutalität und die Dauer der Tatausführung" begründet, erklärte die Vorsitzende Richterin Simone Herberger in der nichtöffentlichen Verhandlung.

Das Urteil nahm der Angeklagte nach Gerichtsangaben emotionslos auf. Dies entspreche seiner Persönlichkeitsstörung, aufgrund der er nicht zu einer anderen Reaktion fähig sei. Nach dem Willen des Gerichts soll sich der 15-Jährige während seiner Haft einer Therapie unterziehen, um seine Verhaltensauffälligkeiten zu bekämpfen. Vor allem aber solle er die Zeit nutzen, um die Tat aufzuarbeiten und Verantwortung für den Tod von Jennifer zu übernehmen. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten eine Jugendstrafe von acht Jahren gefordert, die Verteidigung wollte sechseinhalb Jahre. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Das Mädchen war am 24. Mai vermisst gemeldet worden, nachdem es die Wohnung seiner Großeltern in Annaberg verlassen hatte und nicht zurückgekehrt war. Drei Tage später fand die Polizei in einer Industriebrache die Leiche der 13-Jährigen. Sie wurde laut der gerichtsmedizinischen Untersuchung durch "massive Gewalteinwirkung auf den Kopf" getötet. (tso/AFP)

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