Welt : Fall Karolina: Mordanklage gegen die Mutter

-

Memmingen Die zu Tode misshandelte dreijährige Karolina aus dem schwäbischen Weißenhorn ist nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einem grausamen Mord aus niederen Beweggründen zum Opfer gefallen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Memmingen soll der 30-jährigen Exfreund der Mutter das Kind laut Anklageschrift geschlagen und mit Feuerzeugen sowie heißem Wasser gequält haben. Der 24-jährigen Mutter wird Mord vorgehalten, weil sie für ihr Kind schutzpflichtig gewesen sei und die Tat durch unterlassenes Eingreifen ermöglicht habe. Karolina war am 5. Januar mit schwersten Verletzungen und kahl geschorenem Kopf auf der Toilette eines Krankenhauses gefunden worden. Sie starb wenig später. Die Anklage stützt sich im Wesentlichen auf die Aussagen von Karolinas Mutter. Ihre Angaben stimmten mit den Feststellungen des Gerichtsmediziners und der am Tatort gesicherten Spuren überein. Einen Prozesstermin gibt es bisher noch nicht.

Der Exfreund der Mutter machte bisher von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Er soll an Silvester vorigen Jahres damit begonnen haben, das von ihm gehasste Kind seiner Freundin „zu erziehen“, wie Oberstaatsanwalt Johann Kreuzpointner mitteilte. Um das Mädchen loszuwerden, habe er sich zunehmend schmerzhaftere Maßnahmen einfallen lassen. Er soll sie mit unerträglich heißem Wasser abgeduscht und mit der Rasur ihres Kopfes begonnen haben. Zu den brutalen Quälereien gehörte auch, der Dreijährigen Brandwunden zuzufügen. Laut Anklageschrift hat ein Faustschlag in Karolinas Gesicht dazu geführt, dass das Mädchen bewusstlos wurde.

Der Mutter sei es erst nach längerer Zeit gelungen, ihren damaligen Freund dazu zu überreden, die bewusstlose Karolina in der Toilette des Krankenhauses abzulegen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben