Fall Kevin : Vorerst keine Aussage von Fallmanager

Vor dem Untersuchungsausschuss zum Tod des zweijährigen Kevin aus Bremen wird der frühere Fallmanager des Jungen zunächst nicht aussagen. Der Sozialarbeiter hat dem Ausschussvorsitzenden ein ärztliches Attest vorgelegt.

Bremen - Der Mitarbeiter des Jugendamtes war am selben Tag als Zeuge geladen. Ein neuer Anhörungstermin steht noch nicht fest. Nach Angaben der Bürgerschaft kann der Zeuge vor dem Ausschuss zwar seine Aussage verweigern, muss aber zumindest erscheinen und seine Personalien angeben, wenn er wieder gesund ist.

Ob der ebenfalls für Mittwoch geladene frühere Amtsvormund des Jungen vor dem Ausschuss erscheint, war zunächst noch unklar. "Bislang liegt kein ärztliches Attest von ihm vor", sagte ein Sprecher der Bürgerschaft. Bis kurz vor Beginn der Sitzung könne dies jedoch eingereicht werden.

Schwere Vorwürfe gegen Fallmanager und Amtsvormund

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Fallmanager und den Amtsvormund wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorgepflicht. Vor dem Untersuchungsausschuss hatten Zeugen dem Sozialarbeiter schwere Versäumnisse vorgeworfen. Er habe regelmäßig nicht auf Warnhinweise reagiert, die auf eine Misshandlung Kevins hindeuteten. Eine Familienhebamme beschrieb den Sozialarbeiter als "sehr unengagiert und konzeptlos". Am Nachmittag sollte eine seiner Kolleginnen aus dem Sozialzentrum Gröpelingen/Walle als Zeugin aussagen.

Kevin war am 10. Oktober 2006 tot im Kühlschrank seines drogenabhängigen Ziehvaters gefunden worden. Der Junge war vermutlich schon Ende April oder Anfang Mai an den Folgen schwerster Misshandlungen gestorben, obwohl er nach dem Tod seiner Mutter im November 2005 unter der Obhut des Bremer Jugendamtes stand. (tso/ddp)

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