Fall Maddie : Verdächtigter Brite will Medien verklagen

Der Brite Robert Mugat geriet im Zuge der Ermittlungen um die verschwundene Maddie McCann ins Kreuzfeuer der Medien. Nun will er gegen Verleumdung klagen. Eine Rechtsexpertin hält zwei Millionen Pfund Schadenersatz für möglich.

LondonDer erste Verdächtige im Fall der verschwundenen Madeleine McCann will einem Zeitungsbericht zufolge wegen Verleumdung gegen die britische Presse vorgehen. Der Brite Robert Murat, der in der Nähe des Hotels im portugiesischen Praia da Luz wohnt, aus dem Maddie vor knapp einem Jahr verschwand, wolle elf Zeitungen und den TV-Sender "Sky News" verklagen, berichtete "The Observer" am Sonntag unter Berufung auf eine Rechtsexpertin. Ihren Schätzungen zufolge könnte er pro Medium mindestens 200.000 Pfund (knapp 250.000 Euro) einfordern. Die Höhe der möglichen Schadenersatzzahlungen belaufe sich damit auf mindestens zwei Millionen Pfund (2,5 Millionen Euro).

Eine Anwaltskanzlei bestätigte, in Murats Auftrag Verfahren gegen mehrere Medienunternehmen anzustreben. Dazu gehören den Angaben zufolge "The Daily Mail", "The Daily Express", "The Sunday Mirror" und "The Sun". Eine Journalistin des "Sunday Mirror" hatte im vergangenen Jahr die Aufmerksamkeit der Polizei auf Murat gelenkt, als sie über dessen angebliches "verdächtiges Verhalten" berichtete. Sie schrieb unter anderem, dass er "etwas Beklemmendes an sich hatte, durch das ich mich unwohl gefühlt habe". Murat sah sich anschließend einem hohen Medieninteresse an seiner Person und seiner Vergangenheit ausgesetzt. Der 34-Jährige beteuerte jedoch stets seine Unschuld. Er solle zu einem "Sündenbock" für etwas gemacht werden, was er nicht getan habe, sagte Murat.

Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Wohnung in einer portugiesischen Ferienanlage verschwunden, während ihre Eltern unweit der Wohnung zu Abend aßen. Die Eltern starteten anschließend eine weltweite Medienkampagne, um auf ihren Fall aufmerksam zu machen. Von dem Kind fehlt aber weiterhin jede Spur. Neben Murat wurden die Eltern Kate und Gerry McCann beschuldigt, in das Verschwinden verwickelt zu sein. (saw/AFP)

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