Fall Marco W. : Aussage des Mädchens liegt vor

Der Gerichtsprozess um Marco W. scheint endlich in die Gänge zu kommen. Sein Rechtsanwalt bestätigte jetzt, dass dem Gericht die Aussage der 13-jährigen Charlotte im Original vorliegt. Ein Gutachten soll die darin gemachten Vorwürfe entkräften.

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Marco sitzt in Antalya in Untersuchungshaft. -Foto: dpa

MainzIm Fall des seit mehr als sieben Monaten in der Türkei inhaftierten Schülers Marco W. aus Uelzen liegt dem Gericht nach Angaben seines Anwalts jetzt die Aussage des angeblichen Missbrauchsopfers vor. Rechtsanwalt Michael Nagel sagte am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Johannes B. Kerner", er habe die Nachricht bekommen, dass die Aussage der 13-jährigen Engländerin Charlotte im Original eingetroffen sei. Sie sei aber noch nicht übersetzt.

Nagel versicherte, es sei davon auszugehen, dass die Übersetzung am 14. Dezember vorliegen werde, wenn der Prozess in Antalya fortgesetzt werden soll. Er selbst kenne die Aussage bereits. Er habe ein Glaubwürdigkeitsgutachten erstellen lassen, das die Vorwürfe gegen Marco nicht erhärte und nicht bestätige.

Am 20. November hatte das Gericht den Prozess gegen Marco erneut vertagt und dies damit begründet, dass noch immer keine verwertbare Aussage des vermeintlichen Missbrauchopfers in amtlicher Fassung vorgelegen habe. Charlotte hatte die Aussage Anfang Oktober auf einer Polizeistation in Großbritannien gemacht.

Der 17-jährige Schüler aus Niedersachsen wird beschuldigt, im April in einem Touristenhotel in Side die 13-jährige Britin sexuell missbraucht zu haben. Marco spricht dagegen von Intimitäten und beteuert, im Einvernehmen mit dem Mädchen gehandelt zu haben. (nal/ddp)

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