Fall Mitja : Polizei fahndet bislang ergebnislos

Die Leipziger Polizei hat bei der Fahndung nach dem Mörder des neunjährigen Mitja den Suchradius stark ausgeweitet. Ein Fährtenhund hatte in einem Feld-Entwässerungsgraben bei Brodau südlich von Delitzsch angeschlagen, die Spur dann aber wieder verloren.

Leipzig - Der Ort liegt ungefähr 20 Kilometer von dem Leipziger Vorort Schkeuditz entfernt, wo am Samstagabend die Leiche des Jungen gefunden wurde. Es sei durchaus denkbar, dass der verdächtige Uwe Kolbig diese Strecke zu Fuß zurückgelegt hat, sagte eine Polizeisprecherin. Die Staatsanwaltschaft Leipzig bestätigte, dass der 43-Jährige in vier Fällen statt wie bisher angenommen nur in einem vorbestraft sei.

Mitja war am Donnerstagabend von seinen Eltern vermisst gemeldet worden. Die Polizei fand seine Leiche am Samstagabend in einer Gartenlaube in Schkeuditz, die dem Verdächtigen gehört. Der Junge war am Donnerstag auf dem Heimweg vom Hort, als ihn der Verdächtige vermutlich in der Straßenbahn ansprach. Die Polizei sucht fieberhaft nach dem Mann und geht zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Seine Spur hatte sich bislang aber immer wieder verloren.

Am Dienstag hatte die Polizei zunächst in einem Waldstück bei Lindenthal südlich der Autobahn 14 nach dem Mann gesucht, anschließend überquerten die Beamten die Autobahn, überprüften einen Ratshof und setzten die Suche nördlich in der Region rund um Radefeld fort. Zum Einsatz kamen am Dienstagvormittag auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkameras sowie eine Reiterstaffel.

Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz bestätigte am Dienstag Medienberichte, wonach Kolbig in der DDR bereits vier Mal wegen Sexualdelikten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden war. Bislang hatte die Behörde lediglich von einer zweijährigen Haftstrafe wegen versuchten sexuellen Missbrauchs eines Kindes aus dem Jahr 1998 gesprochen. Die Behörde habe erst am Dienstagmorgen den entsprechenden Auszug aus dem Bundeszentralregister erhalten, sagte Schulz. Weiter unklar war auch am Dienstagnachmittag die genaue Todesursache des Jungen. Die Obduktion sei noch nicht abgeschlossen, auch ein möglicher sexueller Missbrauch lasse sich noch nicht hundertprozentig bestätigen. (tso/dpa/ddp)

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