Fall Stephanie : Keine Zellen-Randale von Mario M.

Das sächsische Justizministerium hat Berichte über angebliche Selbstverletzungen und Randale des mutmaßlichen Stephanie-Vergewaltigers Mario M. zurückgewiesen. Der Angeklagte sei nicht verletzt.

Berlin - Auch habe er nicht in seiner Zelle randaliert, sagte der Ministeriumssprecher Martin Marx. Ein Wärter habe am Samstagabend bei einer Routine-Kontrolle den 36-Jährigen in dessen Zelle mit rot angelaufenem Kopf vorgefunden und vorsichtshalber den Notarzt verständigt. Einen eigenen Arzt gibt es laut Marx in dem Gefängnis nicht. Die Notärztin habe dann eine Hyperventilation bei dem Häftling festgestellt, die er vermutlich selbst herbeigeführt und auch unter Kontrolle gehabt habe. "Der Mann ist nicht verletzt, er ist nicht krank, und es liegt auch kein Medikamentenmissbrauch vor", betonte Marx.

Der Rechtsbeistand des Mädchens, Thomas Kämmer, hatte zuvor dem Nachrichtensender N24 gesagt, der Angeklagte habe in seiner Gefängniszelle offenbar randaliert und sich dabei Kopfverletzungen zugezogen.

Fünf Wochen langer Missbrauch?

Am Mittwoch hatte M. für einen Skandal gesorgt, als er während eines Hofgangs seinen Wärtern entwischt und für mehr als 20 Stunden auf das Dach eines Gefängnisgebäudes geklettert war. M. steht seit einer Woche vor Gericht, weil er die damals 13-jährige Stephanie Anfang des Jahres entführt und fünf Wochen lang vielfach brutal sexuell missbraucht haben soll.

Unterdessen werde untersucht, wie der bereits vorbestrafte Sexualstraftäter trotz Bewachung auf das Dach gelangen konnte, sagte Sachsens Justizminister Geert Mackenroth (CDU) der "Bild am Sonntag". Zugleich verteidigte der CDU-Politiker die Tatsache, dass nicht gleich nach dem ersten Prozesstag, an dem M. im Gerichtssaal ausgerastet war, die Sicherheitsmaßnahmen im Gefängnis verschärft wurden. Die Gefängnisleitung habe nach den Vorfällen sofort einen Psychologen mit der Untersuchung von M. beauftragt. Der Psychologe sei zu dem Ergebnis gekommen, dass von dem Angeklagten keine erhöhte Gefahr ausgehe und deshalb keine strengeren Sicherheitsmaßnahmen nötig seien.

Im Justizministerium sei man jetzt dabei, die Unterlagen zu prüfen. Es sei derzeit nicht sicher, ob das Untersuchungsergebnis schriftlich oder mündlich der Leitung der Justizvollzugsanstalt mitgeteilt worden sei, sagte der Minister. (tso/ddp)

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