Welt : Falsches Signal und Mängel bestätigt - nicht allein Fehler des Lokführers

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat erstmals bestätigt, dass es an der Fahrtstrecke des Unglückzugs von Brühl falsche und verwirrende Signale und weitere fehlerhafte Hinweise gegeben hat. Dies hätten die Auswertung von Filmmaterial des Westdeutschen Rundfunks sowie weitere Untersuchungen ergeben, sagte ein Sprecher des Amtes am Freitag der dpa in Bonn.

Damit dürften sich die Zweifel erhärten, dass es sich bei dem Unglück allein um ein Versehen oder Irrtum des Lokführers gehandelt hat. Der Nachtexpress Amsterdam-Basel war in der Nacht zum 6. Februar mit einer viel zu hohen Geschwindigkeit von 122 Stundenkilometern an einer Weiche beim Brühler Bahnhof entgleist. Erlaubt waren nur 40 Stundenkilometer. Acht Reisende wurden getötet und 148 verletzt.

Neben dem falschen Geschwindigkeits-Signal habe es in den Anweisungen für die Durchfahrt des Baustellenbereichs beim Brühler Bahnhof "verschiedene Mängel" gegeben, erklärte das EBA. Darunter seien auch "Schreibfehler" gewesen.

Zu den Filmaufnahmen hieß es jedoch einschränkend, sie seien mindestens 18 Stunden nach dem Unglück entstanden. "Diese Aufnahmen bilden daher keine zuverlässige Grundlage für eine Ursachenermittlung." Nach Angaben aus dem EBA war nach dem Filmmaterial zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nacht zum 6. Februar rechts an der Fahrtstrecke des Unglückszugs ein Signalhinweis mit der Ziffer "9" angebracht. Dies bedeutete eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern. Richtig wäre aber eine Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern gewesen, die ein anderes Signal angezeigt hatte.

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