Familie Kujau : Wenn Fälscher Fälscher fälschen

Liegt Fälschen in der Familie? Die Nichte des wohl bekanntesten deutschen Fälschers, Konrad Kujau, ist jetzt in die Fußstapfen ihres Onkels getreten. Doch was bei ihm noch virtuose Handarbeit war, ist bei ihr "Billigproduktion" aus Fernost.

Kujau
Kujaus Hitlertagebuch. Die Kopie einer "echten" Fälschung. -Foto: dpa

StuttgartDie Nichte des Fälschers der Hitler-Tagebücher, Petra Kujau, muss sich einem Zeitungsbericht zufolge demnächst wegen Betrugs und Urheberrechtsverletzung vor Gericht verantworten. Die entsprechende Anklageschrift der Dresdner Staatsanwaltschaft sei nach über zweijährigen Ermittlungen nun fertig, berichten die "Stuttgarter Nachrichten". Die Beschuldigte soll übers Internet mehrere Hundert Bilder alter Meister als echte "Kujau-Fälschungen" verkauft haben. Tatsächlich seien diese Bilder billig in China hergestellt worden, berichtet die Zeitung.

Der von ihr angerichtete Schaden soll mehrere Hunderttausend Euro betragen. Der Großonkel der Beschuldigten, Konrad Kujau, hatte die Hitler-Tagebücher gefälscht, die das Magazin "Stern" am 25. April 1983 als sensationellen Fund der Öffentlichkeit vorstellte. Der Meisterfälscher aus Stuttgart war im Jahr 2000 im Alter von 62 Jahren gestorben. (ae/ddp)

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