• Familiendrama von Ilsede: 15 Jahre Haft für Vater nach vierfacher Kindstötung
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Familiendrama von Ilsede : 15 Jahre Haft für Vater nach vierfacher Kindstötung

Ein Vater tötet seine schlafenden Kinder in ihren Betten, weil er die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet: Diese grausige Bluttat in einem Reihenhaus in Niedersachsen löste im Sommer bundesweit Fassungslosigkeit aus. Nun wurde der Vater verurteilt.

Der Angeklagte nahm sein Urteil mit gesenktem Haupt entgegen.
Der Angeklagte nahm sein Urteil mit gesenktem Haupt entgegen.Foto: dapd

Wegen der Ermordung seiner vier Kinder muss ein 37-Jähriger aus Ilsede (Landkreis Peine) für unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Das Urteil des Landgerichts Hildesheim wurde in Verbindung mit einer 15-jährigen Freiheitsstrafe ausgesprochen. Eine Sprecherin des Gerichts erklärte, dass der Mann seine Reststrafe bei einem raschen Erfolg der Therapie prinzipiell auch in einer Justizvollzugsanstalt absitzen könne.
Es gilt damit als erwiesen, dass der Angeklagte seinen fünf, sieben und neun Jahre alten Söhnen und seiner zwölf Jahre alten Tochter im Juni mit einem Cuttermesser die Kehlen aufgeschlitzt hat.
Der Angeklagte nahm das Urteil ruhig und mit gesenktem Blick entgegen. Die Mutter der Kinder war nicht im Gerichtssaal. Bereits im Juli hatte der Verurteilte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Anlass für die Tat war die Ankündigung seiner Ehefrau, sich von ihm trennen zu wollen.

Da der Mann unter einer Persönlichkeitsstörung leidet und bei der Tat vermindert steuerungsfähig war, entschied sich das Gericht gegen eine normale Haftstrafe. Stattdessen sei die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung nötig. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass er weiterhin versuche, sich selbst zu töten. Dabei könne es passieren, dass er andere Menschen mit sich in den Tod reiße. Der Angeklagte hatte in der Vergangenheit davon berichtet, darüber nachgedacht zu haben, einfach mit seinem Auto in den Gegenverkehr zu fahren.

Mit dem Strafmaß folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. In ihrem Plädoyer hatte diese 15 Jahre Haft für den 37-Jährigen gefordert. Mit der Unterbringung in eine Psychiatrie entsprach sie wiederum der Forderung der Verteidigung und des Anwalts der Frau des Angeklagten.

Durch das Urteil steht nun fest, dass der Verurteilte seine Kinder mit einer acht Zentimeter langen Klinge in dem Reihenhaus der Familie in dem niedersächsischen Ort getötet hat. Drei seiner Kinder hatten während der Tat in ihren Kinderzimmern geschlafen, seine Tochter versuchte noch, sich zu wehren. Anschließend legte er die Leichen in das Ehebett im Schlafzimmer und versuchte, sich mit Schnitten in die Pulsader und die Kehle selbst zu töten. Er überlebte schwer verletzt.

In einem Abschiedsbrief und mit einer SMS unterrichtete er seine Frau, die sich zu dieser Zeit im Urlaub in Dänemark befand, über die grausame Tat. Unter anderem hieß es darin: „Fünf Herzen haben aufgehört zu schlagen.“ Da keine Rechtsmittel eingelegt wurden, ist das Urteil bereits rechtskräftig. (dapd)

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