Welt : Familiennamen: Im Namen des Mannes

Der Nachname des Mannes wird nach wie vor in den weitaus meisten Ehen zum gemeinsamen Familiennamen gemacht. In rund 80 Prozent der Fälle entscheiden sich Paare im Standesamt für seinen, in nur knapp vier Prozent für ihren Namen. Allerdings machen - zehn Jahre nach der Liberalisierung des Namensrechts durch das Bundesverfassungsgericht - rund 15 Prozent der Heiratswilligen von der Möglichkeit Gebrauch, ihren jeweiligen Geburtsnamen zu behalten. Dies hat eine bundesweite dpa-Umfrage bei etwa 20 Standesämtern ergeben. Damit liegt die getrennte Namensführung vor dem Doppelnamen, für den sich gut 12 Prozent der Paare mit einem gemeinsamen Ehenamen entscheiden.

Großstädter gehen deutlich häufiger mit verschiedenen Nachnamen durch das Eheleben als die Bewohner kleinerer Städte. Im ländlichen Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen) waren dies im vergangenen Jahr nur 6 Prozent und in Alfeld/Leine (Niedersachsen) knapp 10 Prozent der Paare; in Karlsruhe und Saarbrücken dagegen um die 18 Prozent und in Hamburg und Münster mehr als 20 Prozent. In der Universitätsstadt Freiburg, wo auch die Zahl der Doppelnamenträger besonders hoch liegt, wählten mehr als 30 Prozent verschiedene Nachnamen. In Dresden behielt etwa jedes zehnte Paar beide Geburtsnamen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte vor genau zehn Jahren, am 14. März 1991, eine Regelung für verfassungswidrig erklärt, wonach der Name des Mannes Ehename wurde, wenn sich die Partner nicht einigen konnten. Damit war der Zwang zum gemeinsamen Namen - der indes schon damals Doppelnamen zuließ - abgeschafft und den Paaren die Möglichkeit eröffnet, ihre Geburtsnamen zu behalten.

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