Fashion Week : Mager-Model-Charta? Nie gehört!

Magermodels gehören nicht auf den Catwalk - so die neu vereinbarten Regeln. Doch von einer "Nationalen Charta der deutschen Textil- und Modebranche" wussten die Casting-Verantwortlichen der Fashion Week in Berlin angeblich nichts. Viele ihrer Mädchen sind dünn wie immer.

BerlinZahlreiche Modemarken, die auf der Modewoche in Berlin ihre Entwürfe für Frühjahr und Sommer 2009 präsentieren, berücksichtigen nicht die von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in der vergangenen Woche mit der Modebranche ausgehandelte Vereinbarung gegen Magermodels. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf einen Casting-Verantwortlichen der Mercedes Benz Fashion Week. "Wir wissen davon nichts", sagte er dem Blatt und fügte hinzu: "Wir suchen die Mädchen aus wie immer." Laut Stern.de sei der Veranstalter der Berliner Fashion Week IMG vom Gesundheitsministerium nicht in Kenntnis gesetzt worden. Andreas Deffner, Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, bestätigte, dass es von Seiten des Ministeriums keine Anfrage an IMG gegeben habe.

Der Veranstalter erfuhr von der neuen "Nationalen Charta der deutschen Textil- und Modebranche" erst am Mittwoch von einem Journalisten. In der Charta, die laut Ministerin dem "Kampf gegen gesundheitsschädlichen Schlankheitswahn" dient, versprechen die Unterzeichner für Models Kleidergröße 36, einen Body-Mass-Index von mindestens 18,5 und ein Mindestalter von 16 Jahren vorzuschreiben. "Im Zweifel lügen die Mädchen doch sowieso, was das Alter angeht", sagte der Casting-Verantwortliche der Zeitung. Die meisten Modemacher beteuerten, ohnehin auf die Gesundheit der ausgewählten Models zu achten. (sgo/ddp)

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