Welt : Fast geschafft – Fossett kurz vor dem Ziel

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Sydney (dpa) . Mit Spitzengeschwindigkeiten von fast 250 Kilometern pro Stunde war Ballonfahrer Steve Fossett am Montag auf Rekordkurs. Nur noch wenige Kilometer trennten ihn auf der letzten Etappe seiner Reise von seinem großen Ziel: der ersten Solo- Weltumrundung im Heißluftballon. Wie das Kontrollzentrum in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) mitteilte, hatte der 58-jährige Abenteurer bei seinem sechsten Versuch am Montagnachmittag bereits 89 Prozent der Gesamtstrecke in 8686 Metern Höhe zurückgelegt.

Zuvor hatte Fossett den eigenen Weltrekord im Alleinflug überboten. 1998 hatte er seinen Ballonflug um die Welt nach knapp 23 000 Kilometern abbrechen müssen, damals jedoch einen Weltrekord für den längsten Alleinflug in einem Ballon aufgestellt. An diesem Dienstag könnte der US-Amerikaner gegen 12 Uhr MESZ seine Weltumrundung erfolgreich beenden, weil er zu diesem Zeitpunkt Berechnungen zufolge den 117. Längengrad überqueren soll. Gestartet war Fossett am 19. Juni im Westen Australiens.

Fossett werde voraussichtlich am 3. Juli nordöstlich der Stadt Adelaide im Südosten des Fünften Kontinents landen, hieß es weiter. Wegen schlechter Wetterprognosen sei die Landung in Westaustralien zurzeit nicht wahrscheinlich. Joe Ritchie vom Kontrollzentrum sagte, heftiger Regen oder gar Schnee werden Fossetts Reise kurz vor dem Ziel beeinträchtigen. Es gebe aber keinen Grund zur Sorge.

   Der Schweizer Bertrand Piccard und sein britischer Co-Pilot Brian Jones waren bereits im März 1999 mit einem Ballon in 20 Tagen um die Welt gereist. Sollte Fossett es diesmal schaffen, wäre es der erste Solo-Flug in einem Heißluftballon um die Erde.

Fossett steht mit seiner Leistung in einer langen Tradition. Als erstes Fluggerät machten Ballons den Menschheitstraum vom Fliegen wahr. Im November 1783 stiegen die adeligen Franzosen J. F. Pilatre de Rozier und Marquis d’Arlandes in Paris mit ihrem Ballon auf und landeten nach kurzer Fahrt sicher. Den ersten Heißluftballon überhaupt hatten – so weit bekannt – am 5. Juni des gleichen Jahres die Brüder Montgolfier im französischen Ort Annonay 300 Meter hoch steigen lassen – noch unbemannt.

Die Geschichte der Rekordversuche mit Heißluftballons begann 1835 mit Richard Clayton. Der in die USA ausgewanderte Brite scheiterte damals mit seinem Plan, mit der „Star of the West“, einem gewaltigen Ballon mit 30 Menschen an Bord, den Atlantik zu überqueren. Erst im August 1978 konnten drei Amerikaner mit ihrem Helium-Ballon „Double Eagle“ diesen Rekord für sich verbuchen. Ihr Flug von Amerika nach Europa dauerte sieben Tage. Die Versuche, die Welt nonstop mit einem Ballon zu umrunden, begannen im Februar 1981.

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