Welt : FBI sucht in Mexiko nach hundert Leichen

Auf einem Landgut unweit der Grenze zwischen den USA und Mexiko sind möglicherweise die Leichen von bis zu hundert Opfern der Drogenkriminalität verscharrt worden. Beamte der US-Bundespolizei FBI und der mexikanischen Sicherheitsbehörden riegelten das 2,5 Hektar große Gelände außerhalb der Grenzstadt Ciudad Juarez am Montag großräumig ab; nach Angaben aus dem US-Justizministerium sollen etwa 200 Ermittler die Leichen bergen und zur Identifizierung in die USA bringen. Im Zusammenhang mit Drogendelikten seien in den vergangenen vier Jahren mehrere Menschen ermordet worden oder spurlos verschwunden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt mit. Nach inoffiziellen Angaben wurden die Leichen von zwei Mitarbeitern der US-Anti-Drogenbehörde (DEA) geborgen. Ein Justizangestellter sagte, in Zusammenhang mit der Aktion seien drei Brüder aus Guanajuato in Zentralmexiko festgenommen worden. Sie hätten das Gelände bewacht. Die Grenzstadt Ciudad Juarez zählt zu jenen Regionen, die im Sprachgebrauch der Drogenermittler als "heiß" bezeichnet werden. Sie gilt außerdem als Hort der Gewalttätigkeit. In den vergangenen Jahren wurden dort zahlreiche Frauen ermordet. Rund 55 Prozent des in die USA geschmuggelten Kokains stammen nach DEA-Angaben vom so genannten Juarez-Kartell. Nach Informationen der "New York Times" wurden die Behörden aus Mexiko und den USA aufgrund des Hinweises eines FBI-Informanten tätig. Der Mann sei in mehrere Morde des Juarez-Kartells verwickelt gewesen und habe die Sicherheitsleute zu der Ranch geführt.

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