Fehmarnbelt : Drei weitere Tote nach Schiffsunglück gefunden

Taucher haben nach dem Kentern des Frachters "Omer N" im Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark drei weitere Leichen gefunden. Die Ursache des Unglücks ist noch immer unklar.

KopenhagenNach dem Schiffsunglück im Fehmarnbelt ist die Suche nach Vermissten nach dem Fund von drei weiteren Leichen abgebrochen worden. Am Unglücksort eingesetzte Taucher hätten drei weitere Mitglieder der türkischen Besatzung tot gefunden, teilte das Einsatzkommando der dänischen Marine (SOK) mit. Die Suche nach vier weiteren Vermissten sei abgebrochen worden, weil keine Hoffnung mehr auf eine Rettung bestehe, sagte ein SOK-Sprecher. Von der elfköpfigen Besatzung war ein Seemann bereits nach dem Unglück am Sonntag tot geborgen worden, drei weitere wurden gerettet. Der Frachter "Omer N" war womöglich wegen eines Lecks im Rumpf gekentert.

Die drei Leichen seien bereits am Nachmittag in den Kabinen des gekenterten Schiffes gefunden worden, teilte das SOK mit. Die Seeleute trugen demnach keine Rettungswesten. Aus Sicherheitsgründen konnten die Taucher nicht in andere Teile des 80 Meter langen Frachters vordringen, in denen die vier übrigen Besatzungsmitglieder vermutet wurden, hieß es weiter.

Ursache unklar

Die Unglücksursache war nach SOK-Angaben weiter ungeklärt. Die Ermittler vermuteten nach der Befragung der drei überlebenden Besatzungsmitglieder jedoch, dass die Laderäume der "Omer N" aufgrund eines Lecks im Schiffsrumpf überschwemmt worden waren. Hinweise auf einen Brand oder eine Explosion an Bord gab es den Ermittlern zufolge nicht.

Die dänischen Behörden beauftragten unterdessen ein Unternehmen damit, das Unglücksschiff abzuschleppen. Die Arbeiten sollten demnach am Dienstag beginnen. Ein Spezialschiff sollte darüber wachen, dass dabei keine umweltschädlichen Substanzen aus dem Frachter austreten. Möglicherweise können anschließend die vier Vermissten geborgen werden.

Russischer Frachter rettet drei Seeleute

Der unter slowakischer Flagge fahrende, mit Dünger beladene Frachter "Omer N" war am Sonntag in der Ostsee gekentert. Die elfköpfige Crew türkischer Nationalität befand sich auf dem Weg vom polnischen Danzig nach Nantes in Frankreich. Drei Mitglieder waren von einem in der Nähe befindlichen russischen Frachter gerettet worden, ein weiterer Seemann war unmittelbar nach seiner Bergung durch einen dänischen Rettungshubschrauber gestorben.

Die an den Rettungsarbeiten zunächst ebenfalls beteiligten deutschen Polizisten und Seenotretter wurden von der dänischen Einsatzleitung gegen Mittag aus dem Einsatz entlassen, wie das Bundespolizeiamt See in Neustadt/Holstein mitteilte. Das Bundespolizeischiff «Neustrelitz» hatte den Rettungseinsatz demnach anfangs koordiniert, da es zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe Streife gefahren war. Daneben setzte die Bundespolizei einen Hubschrauber sowie Rettungstaucher ein. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hatte sich nach eigenen Angaben mit vier Seenotkreuzern und einem Seenotrettungsboot an dem Einsatz beteiligt. (mit AFP)

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