Festnahme : Waffenschieber soll Duisburger Mafia-Mörder beliefert haben

Vor einem Jahr kamen bei einer Schießerei in Duisburg sechs Italiener ums Leben. Sie wurden Opfer einer blutigen Fehde zwischen Mafia-Familien. Eine der beiden Familien muss sich nun einen neuen Waffenhändler suchen.

RomDie italienische Polizei hat in Aprilia bei Rom einen Mafioso festgenommen, der indirekt mit der Bluttat von Duisburg vor rund einem Jahr in Verbindung stehen soll. "Ihm wird vorgeworfen, Maschinengewehre und andere schwere Waffen für den kalabrischen Mafiaclan Pelle-Vottari nach Italien eingeführt zu haben", sagte Renato Cotese von der kalabrischen Polizei. Die Blutfehde des Pelle-Vottari-Clans war Auslöser für den sechsfachen Mord in Duisburg im August 2007. Der mutmaßliche Waffenhändler Gianfranco Antonioli hatte sich in den vergangenen Monaten in einer Wohnung in dem Städtchen Aprilia versteckt.

In Duisburg waren vor einem Jahr im Rahmen einer alten 'Ndrangheta-Fehde zwischen kalabrischen Mafia-Familien sechs Italiener im Alter von 16 bis 38 Jahren erschossen worden. Bereits zwei Wochen nach der Tat hatte die italienische Polizei rund um die süditalienische 'Ndrangheta-Hochburg San Luca knapp 40 mutmaßliche Mafiosi festgenommen. Seit 1991 steht der Pelle-Vottari-Clan in einer blutigen Vendetta dem Nirta-Strangio Clan gegenüber. Beide Mafiafamilien stammen aus San Luca

Im Mai ging den Beamten der 68 Jahre alte Clan-Chef Giuseppe Nirta ins Netz, der auf Italiens Liste der 100 meistgesuchten gefährlichen Verbrecher gestanden hatte. Erst in der vergangenen Woche war der 31-jährige Paolo Nirta - einer der Drahtzieher der Bluttat - gefasst worden. Der 28-jährige Hauptverdächtige Giovanni Strangio ist weiterhin auf der Flucht. (sf/dpa/AFP)

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