Welt : Feuer frei

Der Browser „Firefox“ greift den „Explorer“ an: Er ist sicher, schnell – und wurde frei entwickelt

Kurt Sagatz

Wer geht noch mit einem gutem Gefühl ins Internet? Ständig verunsichern immer neue Viren, Würmer und Trojaner die Nutzer, wird von geklauten Ebay- Konten und unsicheren Bankverbindungen berichtet. Ein neuer Internet- Browser, der von ehrenamtlich arbeitenden Programmierern aus aller Welt im Rahmen des Mozilla-Projektes entwickelt wurde, verspricht jetzt Abhilfe: „Firefox“ heißt das neue Zugangsprogramm. Es gilt noch als Geheimtipp für sicheres, schnelles und komfortables Surfen durch das World Wide Web. Computerzeitschriften wie „com“ legen Firefox inzwischen ihren Heft-CDs bei, beim Konkurrenten „Chip“ wurde die Browser-Alternative im November 100000 Mal im Internet abgerufen.

Es ist Zeit zum Wechsel, sind sich die Experten einig, und der vor allem zu Lasten des Platzhirschen: dem Internet Explorer von Microsoft. Seitdem die erste vollständige Version von Firefox in 26 Sprachen für Windows, Mac und Linux verfügbar ist, gibt es wieder einen ernsthaften Verfolger für den Explorer. „Wir begrüßen den Wettbewerb, das gilt auch für Firefox“, sagt Irene Nadler von Microsoft Deutschland. Sie verweist darauf, dass durch das vor einigen Monaten erschienene Service-Paket für Windows XP auch der Internet Explorer viel sicherer geworden sei. Allerdings, und da wittern Firefox-Freunde Morgenluft, soll er erst mit dem Windows-Nachfolger Longhorn neue Funktionen erhalten – und das wird nicht vor 2006 sein.

So ist es nicht nur die Sicherheit, auf die der Berliner IT-Berater Hagen Merzdorf vom Firefox-Unterstützer Skilldeal verweist: „Beeindruckt haben mich auch die neuen Funktionen. So lassen sich mit Firefox gleich mehrere favorisierte Internet-Seiten in einem einzigen Fenster anzeigen“, begründet er seine Haltung. Sowohl die wichtigsten Suchmaschinen als auch eine komfortable Volltextsuche sind direkt in den Browser eingebaut. Firefox lässt sich auch von Laien leicht installieren.

Inzwischen läuft unter Nutzern ein Wettbewerb um das schönste selbst gestaltete Design für „Firefox“. Doch für normale Internet-Anwender zählt vor allem die Sicherheit. Selbst das neutral arbeitende Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass sich viele Bedrohungen vor allem gegen den Internet Explorer richten, und dazu geraten, nach Alternativen Ausschau zu halten.

Dass es sich bei Firefox nicht mehr lange um einen Geheimtipp handeln dürfte, dafür spricht die Unterstützung auch durch deutsche Fans. Über 2400 von ihnen haben Geld gesammelt, von dem in der vergangenen Woche eine ganzseitige Image-Anzeige in der „Frankfurter Allgemeinen“ geschaltet wurde. Vorbild war eine ähnliche Aktion in der amerikanischen „New York Times“.

Die Aktionen blieben nicht ohne Wirkung: Der Marktanteil des Internet Explorer sank schon von 95,5 Prozent im Juni auf jetzt 89 Prozent.

Der Firefox-Browser im Internet

www.mozilla-europe.org/de

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