Welt : Feuer und Flamme: Ökologie: Manche Bäume brauchen Brände

Feuer gehört zur Natur. Es vernichtet Leben, aber es lässt auch neues Leben entstehen. Wälder sind zum Beispiel auf regelmäßige Bodenfeuer angewiesen, damit sich nicht zu viel abgestorbene pflanzliche Biomasse bilden kann. "Werden sie zu lange absichtlich unterdrückt, können sie auch auf die Kronen der Bäume übergreifen und damit eine viel verheerendere Wirkung ausüben", sagt der Feuerökologe Johann Georg Goldammer, Leiter des Freiburger "Global

Fire Monitoring Center", das weltweit Waldbrände überwacht.

Bei vielen Bäumen keimen die Samen nur, wenn Brände den Boden frei gelegt haben. Bei manchen kann sogar nur die Hitze eines Feuers die Samenkapseln öffnen. Vom alten Dogma der Forstwissenschaft, dass Waldbrände grundsätzlich vermieden und bekämpft werden sollten, hat man darum inzwischen Abstand genommen. Auch die "Brandwirtschaft", bei der durch Roden und gezieltes Abbrennen von Wäldern landwirtschaftliche Nutzflächen gewonnen wurden, war naturverträglich, solange sie sich in Grenzen hielt.

Mit den großflächigen Brandrodungen tropischer Regenwälder und der systematischen Verfeuerung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas im Zuge der Industrialisierung ist eine neue Situation eingetreten. Bei jeder Verbrennung von Biomasse entstehen Spurengase und feste Rauchpartikel, die zur Luftverschmutzung beitragen. Besondere Bedeutung hat der Kohlenstoff: Er wird in großen Mengen als Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt, wo er als Treibhausgas wirkt und damit zum Klimawandel beiträgt.

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