Welt : Feuerquallen überschwemmen die Ostseeküste

Starke Westwinde brachten die giftigen Tiere an die Badestrände

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Kiel (dpa). Sie sind der Albtraum aller Badenden: Heerscharen giftgelber Feuerquallen machen seit einigen Tagen Strände an SchleswigHolsteins Ostseeküste unsicher. In Kiel wurden die glibberigen Meeresbewohner zuhauf gesichtet, vor allem in Schilksee und am Falckensteiner Strand. Betroffen war aber auch die Flensburger Förde. Eigentlich gelten Quallen in Nord- und Ostsee als harmlos. Ausnahmen sind aber die Feuerqualle Cyanea capillata und die kleine Nesselqualle Cyanea lamarckii. Feuerquallen sind nach Ansicht von Experten in heimischen Gewässern nicht ungewöhnlich. „Sie gehören hierher, aber nicht in diesen Mengen“, erklärte Uwe Piatkowski, Biologe am Institut für Meereskunde (IfM). Der Grund für die jetzige Invasion sei der hohe Salzgehalt der Ostsee, den die Tiere zum Leben benötigen. Starke Westwinde hätten salziges Meerwasser über Kattegat und Skagerrak in die Ostsee gepresst, und so auch viele Fische und Quallen, die hier sonst kaum vorkommen. Feuerquallen schießen kleine Injektionen unter die Haut und sondern ein Proteingift ab. Die Gifte der Nesseltiere zählen zu den wirksamsten im Tierreich. Die meterlangen Tentakel der gallertartigen Wesen rufen bei empfindlichen Menschen Hautreizungen, Kreislaufprobleme und heftige allergische Reaktionen hervor.

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