Welt : FKK-Loipe in Österreich nur ein Werbegag?

Der österreichische Hüttenwirt Johann Schilcher hat einen Bericht des Magazins "Der Spiegel" dementiert, dass er die Medien mit der "einzigen FKK-Loipe der Welt" jahrelang genarrt habe. Die Loipe, auf der man splitternackt langlaufen könne, gebe es wirklich, sagte Schilcher am Sonntag. Er erwäge eine Klage gegen das Nachrichtenmagazin, betonte der Wirt der Gjaidalm-Bergstation im oberösterreichischen Obertraun. Laut "Spiegel" war das Nackt-Skifahren in rund 1700 Metern Höhe nur ein Werbegag des 58-jährigen Hüttenwirtes, der gleichzeitig Vorsitzender des örtlichen Tourismusverbandes ist. Immer wenn sich ein Fernsehteam anmeldete, habe Schilcher die Musiker Richard und Gerd Bracht aus dem westfälischen Münster um Hilfe gebeten. Diese hätten dann zusammen mit einigen Helfern vor laufenden Kameras die Nudisten beim Langlaufen gemimt. Für die Gaudi im Schnee hätten die Fernsehleute "pro nacktem Po" meist 1000 Schilling (rund 140 Mark) bezahlt, berichtete das Magazin. Richard Bracht betonte, eigentlich hätten alle recht. Die Piste gebe es. Es kämen aber keine Leute.

Schilcher bestritt nicht, dass TV-Teams Nudisten bezahlt hätten. "Schließlich lässt sich nicht jeder gern filmen", so seine Begründung. Richard Bracht habe mitgemacht, während sein Bruder Gerd dagegen gewesen sei, sagte er. Die beiden Musiker verbringen seit bald 25 Jahren ihren Winterurlaub in Obertraun. "Das FKK-Langlaufen gibt es bei uns nur im März und April, wenn es das Wetter zulässt", erläuterte der Hüttenwirt. Im Winter sei es dafür zu kalt. Die Loipe sei schwer einsehbar und werde regelmäßig von Touristen benutzt: "Mal sind es 20 oder 30 Leute, mal nur zwei." In der Öffentlichkeit sei die FKK-Loipe seit Mitte der neunziger Jahre bekannt; es gebe sie aber schon seit den achtziger Jahren. Die Medienberichte hätten die Zahl der FKK-Gäste nicht merklich erhöht. "Nur die Zahl der Leute, die zum Schauen kommen, hat zugenommen", sagte Schilcher. "Das ganze ist ein Riesengaudi gewesen", resümierte Musiker Richard Bracht. "Die Piste gibt es seit 15 Jahren und steht auch im Prospekt. Während der sechs Wochen Urlaub, die ich dort jedes Jahr mache, habe ich aber noch keinen auf der Loipe nackt gesehen", räumte Bracht ein.

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