Flensburg : Bandidos gingen mit Äxten auf Rocker los

Rockerstreit und kein Ende: In der Flensburger Innenstadt gingen Anhänger der Bandidos auf ein Mitglied der Hells Angels los - mit Äxten und Eisenstangen. Der 41-Jährige wurde schwer verletzt.

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Bandidos
Die Bandidos sind ein Klub, der ursprünglich von Vietnam-Veteranen gegründet wurde. -Foto: dpa

Sie bekämpfen sich bis aufs Blut und versetzen auch in Schleswig-Holstein die Öffentlichkeit in Angst und Schrecken: Der seit Monaten tobende Rockerkrieg zwischen rivalisierenden Motorradgangs hat im hohen Norden einen neuen blutigen Höhepunkt erfahren, als am Freitagabend acht Mitglieder der Bandidos einen dem Umfeld der Hell’s Angels zugerechneten Mann mitten in der Flensburger Innenstadt mit Äxten und Eisenstangen attackierten und dabei schwer verletzten.

Die Angreifer aus dem nördlichsten Bundesland, Berlin und Brandenburg lauerten dem 41-Jährigen auf und stoppten dessen Pkw. Nach ihrem Gewaltakt verschwanden die Täter mit zwei Autos ins 100 Kilometer südlich gelegene Neumünster, wo die Bandidos seit wenigen Monaten mitten in einem Wohngebiet einen Stützpunkt unterhalten. Die Polizei nahm die Tatverdächtigen vorübergehend fest und beschlagnahmte dabei mehrere Hieb- und Stichwaffen. Später wurden alle wegen fehlender Haftgründe wieder auf freien Fuß gesetzt. „Wir haben schon konkrete Anhaltspunkte, dass es sich bei der Gruppe um die Täter handelt, können aber noch nicht den Beweis führen, wer genau was am Tatort gemacht hat“, sagt ein Polizeisprecher zu den laufenden Ermittlungen, die durch eine Sonderermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes geführt werden. Aus Angst vor Racheaktionen durchsuchten mehrere Beamte noch am Tatabend das Hauptquartier der Flensburger Hell’s Angels und fanden auch dort mehrere Waffen.

Im Kampf um Reviere und die Vorherrschaft speziell im Rotlicht-, Drogenhandel- und Türstehermilieu war der Vorfall in Flensburg nur einer von vielen. Dabei wurden in der Vergangenheit immer wieder Schusswaffen eingesetzt. Im September 2009 wurde ein Bandido-Biker auf der Autobahn bei Flensburg von einem Pkw der „Höllenengel“ bei hohem Tempo abgedrängt und lebensgefährlich verletzt. Der Flensburger Bandenchef der Hell’s Angels sitzt als dringend Tatverdächtiger deshalb seit Anfang Januar in Untersuchungshaft. In der Grenzstadt wurde zudem im November des Vorjahres in einer Autowerkstatt ein Waffenlager der „Höllenengel“ ausgehoben. Mitte Januar wiederum hatten mehrere Bandidos in Neumünster in einem Schnellrestaurant zwei Mitglieder eines befreundeten Hell’s-Angels-Clubs überfallen und dabei einem Mann schwere Stichverletzungen zugefügt. Dieter Hanisch

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