Flucht sollte verhindert werden : Orang-Utan im Duisburger Zoo erschossen

Angestellte des Duisburger Zoos haben einen entwichenen Orang-Utan getötet. Der Menschenaffe war außerhalb seines Geheges in Panik geraten.

Das Orang-Utan Weibchen Manggali (übersetzt: schönes Mädchen) beobachtet am 01.09.2015 im Zoo in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) die Umgebung. Am späten Montagnachmittag (31.08.2015) waren zwei Orang-Utan Männchen aus ihrem Gehege ausgebrochen. Ein Tier musste erschossen werden.
Das Orang-Utan Weibchen Manggali (übersetzt: schönes Mädchen) beobachtet am 01.09.2015 im Zoo in Duisburg (Nordrhein-Westfalen)...Foto: dpa

Tödliches Drama im Duisburger Zoo: Ein ausgebrochener Orang-Utan ist von Angestellten des Tierparks erschossen worden, um eine mögliche Flucht des Menschenaffen in die Stadt zu verhindern. Wie der Tierpark am Dienstag mitteilte, war das erwachsene Männchen aus dem sogenannten Affenhaus entwichen und außerhalb seiner vertrauten Umgebung in Panik geraten. Weil die Gefahr bestanden habe, dass der Menschenaffe über einen Außenzaun klettert und den Zoo verlässt, hätten die Verantwortlichen vor Ort entschieden, ihn zu erschießen.

Eine Betäubung sei keine Alternative gewesen, hieß es in einer Mitteilung des Tierparks der nordrhein-westfälischen Stadt zu dem Vorfall am Montag. "Es hätte einige Minuten gedauert, bis die Wirkung des Narkosemittels einsetzt. In dieser Zeit wäre der Menschenaffe bereits im Straßenverkehr gewesen, so dass Personenschäden nicht mehr auszuschließen gewesen wären", teilte der Zoo mit.

"Bedauerlicherweise" habe deshalb eine scharfe Waffe eingesetzt werden müssen. "Die betroffenen Mitarbeiter stehen unter Schock." Menschen wurden nicht verletzt. Die wenigen zu dieser Tageszeit noch im Zoo befindlichen Besucher seien dem Notfallplan gemäß rechtzeitig nach draußen gebracht worden, teilte die Verwaltung mit. Die Polizei sei alarmiert worden und habe das Umfeld des Affenhauses gesichert, letztlich jedoch nicht eingreifen müssen.

Zu dem Ausbruch des Tieres kam es den Angaben des Zoos zufolge offenbar durch eine tragische Verkettung verschiedener Umstände. Auch ein zweiter Orang-Utan war beteiligt, blieb allerdings im Inneren des Affenhauses und konnte betäubt werden. Zunächst war demnach einer der beiden Affen "aufgrund eines fehlerhaft gesicherten Schiebers" aus seinem Gehege in den Pflegertrakt im Inneren des Affenhauses gelangt.

Dort traf er auf das zweite Orang-Männchen, worauf es zwischen beiden zu einer Konfrontation gekommen sei. Warum sich das zweite Tier sich zu der Zeit ebenfalls in Pflegertrakt aufhielt, war nach Angaben des Zoos vom Dienstag zunächst noch nicht geklärt. Denkbar sei, dass auch ein zweiter Schieber an einem anderen Gehege nicht ordnungsgemäß gesichert worden sei, teilte die Tierparkverwaltung auf Nachfrage mit. Wegen der Auseinandersetzung zwischen den beiden Tieren im Pflegertrakt habe einer der Affen die Flucht ergriffen und dazu ein Oberlicht des Gebäudes genutzt, das von den Affen "unter normalen Umständen keinesfalls erreicht werden kann", erklärte der Zoo. Dort geriet der extrem gestresste Orang-Utan dann anscheinend vollends außer sich. "Außerhalb des vertrauten Umfelds geriet der Menschenaffe in Panik und rannte verschreckt hin und her", hieß es. (AFP)


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