Flüchtlinge in Köln : Missbrauchsvorwürfe gegen Security-Mitarbeiter

Unbekannte prangern in Flugblättern sexuelle Belästigungen durch Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma in einer Erstaufnahmeeinrichtung an. Ob diese Vorwürfe wahr sind, ist noch nicht klar.

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Die Turnhalle auf dem Gelände des Berufskollegs im Stadtteil Gremberg in Köln. Nachdem Flüchtlinge in der Unterkunft dem Sicherheitsdienst sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben, laufen Ermittlungen der Polizei.
Die Turnhalle auf dem Gelände des Berufskollegs im Stadtteil Gremberg in Köln. Nachdem Flüchtlinge in der Unterkunft dem...Foto: Oliver Berg/dpa

Unbekannte haben über ein Flugblatt schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes einer Notaufnahmeeinrichtung in Köln erhoben. Im Rahmen einer Spontandemonstration im Kölner Stadtteil Humbold-Gremberg wurden zwei "offene Briefe" verteilt, nach denen es mehrfach zu sexuellen Übergriffen gegenüber den Bewohnerinnen gekommen sein soll. Dies teilte die Polizei Köln am Mittwochabend mit. Die Polizei hat umgehend die Ermittlungen aufgenommen.

Bestätigt ist noch nichts

Bislang hat eine Frau gegenüber den Fahndern Angaben zu einer sexuellen Belästigung macht. Diese seien jedoch ausgesprochen "unkonkret" gewesen, teilte Polizeisprecher Karlo Kreitz mit. "Bislang haben wir weder einen Täter, noch eine Geschädigte, noch eine konkrete Tat", so Kreitz. Die Angaben der Frau hätten sich bislang nicht bestätigt, sie selbst sei wohl nicht das Opfer gewesen. Klar sei auch nicht, um welche Art von sexuellen Übergriffen es sich gehandelt haben soll. "Ob es sich um eine Vergewaltigung oder "nur" um eine Beleidigung mit sexuellem Hintergrund handelte, ist auch noch nicht klar", so der Polizeisprecher weiter. Die Ermittlungen zur Verifizierung der Angaben dauern an. Die Polizei arbeite eng mit der Stadt zusammen, um möglichst schnell Klärung um die Notaufnahmeeinrichtung, die eine kommunale Unterkunft ist, zu schaffen.

Die Flugblätter wurden am Mittwoch bei einer Demonstration verteilt. Um 14 Uhr zogen etwa 50 Menschen von der Straße "Am Grauen Stein" zum Rolshover Kirchweg. In dem zweiten "offenen Brief" prangern die Bewohner auch hygienische Missstände in der Unterkunft an, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet.

Außerdem habe eine junge Syrerin dem Kölner Stadtanzeiger gesagt: „Mich hat ein Mann gefragt, ob ich mit ihm kommen würde, er würde gern mit mir zusammen sein. Als ich ihm sagte, dass ich liiert und nicht interessiert sei, hat er gesagt, dass ich dann bald hier rausflöge." Der Polizei gegenüber seien diese konkreten Angaben aber nicht gemacht worden. Bislang hat sie rund 50 Frauen befragt. Auch im Umfeld des Flüchtlingsheims werde ermittelt, einen konkreten Hinweis habe es bis jetzt aber noch nicht gegeben.

Der Sicherheitsdienst weist die Anschuldigungen zurück. Der Projektmanager der Sicherheitsfirma sagte der dem Kölner Stadtanzeiger: „Ich bin entsetzt über die Vorwürfe. Ich bin mir sicher, dass sie völlig haltlos sind.“

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