Flugschau-Katastrophe : Gedenkenfeier für die Opfer von Ramstein

Der Mainzer Landtag gedenken am Donnerstag der Opfer der Flugtagkatastrophe von Ramstein. Landtagspräsident Joachim Mertens und Ministerpräsident Kurt Beck erinneren anlässlich des zwanzigsten Jahrestags der Tragödie an das Ausmaß des Unglücks.

Gisela Kirschstein
Ramstein Foto: dpa
Am 28.08.1988 stoßen zwei Militärjets der italienischen Luftwaffe bei Ramstein zusammen. -Foto: dpa

MainzZwanzig Jahre nach der Flugtagkatastrophe von Ramstein hat der Mainzer Landtag am Donnerstag in einer Gedenkstunde der Opfer gedacht. "Dieses Unglück war eine Zäsur in der Geschichte unseres Landes", sagte Landtagspräsident Joachim Mertes (SPD). Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) erinnerte an den Schmerz und das Leid der Toten und ihrer Hinterbliebenen. "Wir verneigen uns vor den Opfern", sagte der Ministerpräsident. Der "Blitz vom Himmel" habe Illusionen zerstört, "es bleibt das gemeinsame Gefühl einer gewissen Ohnmacht", fügte er hinzu.

Am 28. August 1988 waren bei einer Flugschau auf der amerikanischen Airbase in Ramstein drei italienische Maschinen in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. 70 Menschen kamen ums Leben, rund 450 wurden zum Teil schwer verletzt.

Mertens lobte die Einsatzbereitschaft der Ärzte und Rettungssanitäter

Die Abgeordneten erhoben sich zu Beginn der Plenarsitzung zu einer Schweigeminute und gedachten damit der Opfer. "Es war Feiertag, es war Volksfest, und es wurde zu einer Katastrophe", erinnerte Mertes an den Unglückstag vor zwanzig Jahren. Das Unglück gehört zu den größten Katastrophen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Eine der Maschinen war damals brennend in die Zuschauermenge gestürzt. Die Bilder des Unglücks hätten sich "in das kollektive Gedächtnis unseres Landes eingebrannt", sagte Mertes weiter. Das Geschehen habe bis heute tiefe Spuren hinterlassen.

Der Landtagspräsident erinnerte auch an die Einsatzbereitschaft der Ärzte und Rettungssanitäter und dankte den Soldaten und Polizisten von damals. Zudem erinnerte Mertes an die anhaltende Trauer der Hinterbliebenen. Die Tragödie von Ramstein könne niemand mehr ungeschehen machen, die Toten blieben "Opfer von Leichtsinn, menschlichem Versagen und mangelnder Vorsicht, von falschem Wagemut und verdrängtem Risiko".

"Am Ende war dieser Flugtag ein Flugtag zu viel"

Rheinland-Pfalz habe aber aus der Tragödie gelernt. So wurden danach militärische Kunstflüge über Zuschauern verboten, eine Mindestflughöhe festgesetzt und weitreichende Änderungen bei den Rettungskonzepten beschlossen. "Am Ende war dieser Flugtag ein Flugtag zu viel", sagte Mertes.

Beck erinnerte im Anschluss an die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Amerikanern, die durch das Unglück für immer verbunden seien. Die Begeisterung für die militärische Technik habe auch ihn als jungen Mann damals mitgerissen, sagte er. Danach habe das Land die wichtige Debatte geführt, ob solche Veranstaltungen verantwortbar seien. "Es war auch unsere Pflicht, die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen", sagte Beck. 

Geblieben sei die Lehre, Formen des respektvollen Zusammenlebens zu finden, aber auch das Risiko im Gedächtnis zu behalten, das mit militärischem Handeln verbunden sei. "Durch Erinnern und Anteilnahme versuchen wir, Trost zu spenden", sagte Beck. "Diesen Schmerz und diese Klage empfinden wir noch immer", fügte er hinzu. (kk/ddp)

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