Flugverkehr : Kaum Behinderungen durch neue EU-Richtlinie

Das befürchtete Chaos auf den deutschen Flughäfen ist nach Einführung der verschärften EU-Sicherheitsrichtlinien ausgeblieben. Passagiere dürfen ab heute Flüssigkeiten nur noch eingeschränkt mit an Bord nehmen.

Berlin - Seit den Morgenstunden kam es bundesweit auf den großen und kleineren Airports zu keinen größeren Behinderungen bei der Abfertigung der Passagiere. Die Schlangen an den Terminals seien zeitweilig nur etwas länger als sonst gewesen, hieß es. Reisende dürfen jetzt Flüssigkeiten nur noch eingeschränkt als Handgepäck mit an Bord nehmen.

"Offenbar sind die Passagiere gut informiert", sagte der Sprecher des Frankfurter Flughafens, Klaus Busch. Vor allem die Vielflieger hätten sich auf diesen Umstand schon länger eingestellt und mehr Zeit eingeplant. Zudem seien Umpackstationen an den Terminals eingerichtet worden, an denen die Fluggäste entweder ihre mitgebrachten Flüssigkeiten in ihrem normalen Gepäck verstauen oder in eine der kostenlos ausgegebenen Plastiktüten füllen können.

Umsetzung funktioniert "erstaunlich gut"

Auch auf dem Flughafen Köln/Bonn gab es keine Beeinträchtigungen. Die Umsetzung der EU-Verordnung funktioniere "erstaunlich gut", sagte eine Flughafensprecherin. Trotz einer intensiveren Kontrolle bei der Abfertigung sei es zu keinen Verzögerungen gekommen. Ebenso meldete der Flughafen Düsseldorf keine Wartezeiten oder Verspätungen. "Wir hatten überhaupt keine Probleme", berichtete ein Sprecher der Bundespolizei. Vorsorglich war das Personal im Abfertigungsbereich aufgestockt worden.

Trotz der neuen Sicherheitsvorschriften brauchten auch auf den Flughäfen in Hamburg und Hannover die Reisenden kaum länger zu warten. Die Warteschlangen seien nur etwas länger als sonst gewesen, sagten Sprecher. Auch auf den Airports in München, Berlin und Leipzig/Halle waren keine langen Wartezeiten zu beobachten.

Flüssigkeit muss in durchsichtigen Beuteln transportiert werden

Seit Montag dürfen Fluggäste nur noch Behälter mit höchstens 100 Milliliter Flüssigkeit ins Handgepäck nehmen. Die Gesamtmenge darf einen Liter nicht überschreiten und muss in durchsichtigen Beuteln transportiert werden. Diese verteilt das Flughafenpersonal vor Ort.

Mit den neuen Regelungen reagieren die EU-Verkehrsminister auf die vereitelten Anschläge in London vom 10. August. Mutmaßliche Terroristen hatten damals versucht, Flüssigsprengstoff an Bord mehrerer Passagiermaschinen zu schmuggeln und diese in der Luft zur Detonation zu bringen.

(tso/ddp)

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