Welt : Flugzeugabsturz: 143 Menschen sterben in Sibirien

143 Menschen sind am Dienstag beim Absturz eines russischen Passagierflugzeuges in der Nähe von Irkutsk in Sibirien ums Leben gekommen. Die Maschine war im Landeanflug noch 22 Kilometer vom Flughafen entfernt, als sie aus bisher unbekannter Ursache um 19.10 Uhr MESZ von den Radarschirmen verschwand und die Funkverbindung abriss, berichtete das russische Fernsehen. Das Flugzeug zerschellte in der Nähe der Ortschaft Burdakowka, rund 34 Kilometer südöstlich von Irkutsk, unmittelbar an einer Hauptstraße.

Die ersten Rettungsmannschaften, die am Unglücksort eintrafen, bestätigten nach Angaben der Agentur Itar-Tass, dass keiner der Insassen den Absturz überlebt hatte. Die brennenden Trümmer des Flugzeugs lagen über ein weites Gebiet verstreut. Die Bewohner von Burdakowka wurden am frühen Morgen (Ortszeit) durch die Explosion des Aufschlags aus dem Schlaf gerissen.

An Bord der Maschine befanden sich 133 Passagiere und zehn Besatzungsmitglieder. Ob auch Ausländer an Bord waren, stand zunächst nicht fest. Das Flugzeug mit der nationalen Kennnummer 85845 war in Jekaterinburg (ehemals Swerdlowsk) im Uralgebiet gestartet und sollte auf dem Weg nach Wladiwostok eine Zwischenlandung zum Auftanken in Irkutsk einlegen. Die Tupolew gehörte der regionalen Gesellschaft "Wladiwostokawia". Die Tupolews waren die ersten modernen Verkehrsflugzeuge der Sowjetunion.

Nach dem schwersten Flugzeug-Unglück in der noch jungen russischen Geschichte ordnete Präsident Wladimir Putin in Moskau noch am Abend die Bildung einer Sonderkommission unter der Leitung von Vize-Regierungschef Ilja Klebanow zur Untersuchung des Unglücks an. Unmittelbar danach flog aus Moskau eine erste Gruppe von Experten nach Irkutsk ab.

Das bisher schwerste Flugzeugunglück in Russland ereignete sich im Dezember 1997, als eine Transportmaschine Antonow An-124 nach dem Start in Irkutsk auf eine Wohnsiedlung stürzte. Damals starben 68 Menschen. Beim Absturz eines russischen Militärflugzeugs (Iljuschin Il-18) in Georgien im Oktober 1996 kamen 84 Menschen um.

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