Welt : Flugzeugabsturz in Russland

Beim Absturz einer Antonow-24 in Nordrussland sind nach offiziellen Angaben 29 Menschen ums Leben gekommen. 24 Flugzeuginsassen überlebten den Unfall an der Eismeer-Küste. Das Flugzeug war nach einer Notlandung auf der linken Seite aufgekommen und hatte Feuer gefangen.

Moskau (16.03.2005, 16:28 Uhr) - Wie durch ein Wunder haben mehr als 20 der insgesamt 52 Menschen den Absturz eines russischen Propeller- Flugzeugs nördlich des Polarkreises überlebt. Nach einer Bruchlandung konnten sich die teilweise schwer verletzten Mitarbeiter des größten russischen Ölkonzerns Lukoil sowie Crewmitglieder am Mittwoch rechtzeitig aus der brennenden Antonow-24 retten, wie die Agentur Interfax meldete. Die übrigen Menschen an Bord kamen in den Trümmern ums Leben oder starben später an ihren Verletzungen. Die Zahl der Toten wurde mit 28 bis 30 angegeben. Das Flugzeug brannte fünf Kilometer vor dem Zielflughafen Warandej an der russischen Eismeerküste völlig aus.

Auch Stunden nach dem Unfall blieben viele Angaben widersprüchlich. Die Zahl der Überlebenden schwankte zwischen 22 und 24. Zehn Menschen wurden mit teilweise schweren Verletzungen in Krankenhäuser der Stadt Narjan-Mar gebracht. Der Flugkapitän hat den Absturz nicht überlebt. Das Verkehrsministerium in Moskau hatte zunächst mitgeteilt, alle Menschen an Bord seien ums Leben gekommen. Dann verbreiteten die Behörden in dem 2000 Kilometer nordöstlich gelegenen Gebiet die frohe Nachricht: Einzelne Überlebende hätten sich von der Unfallstelle gemeldet. «Wir erhielten einen Anruf über Satellitentelefon. Man sagte uns, dass 23 überlebt hätten», sagte ein Sprecher des Nenzen- Gebietes. Die Behörden erhöhten die Zahl der Überlebenden später auf 24.

Aus zunächst ungeklärter Ursache hatte die Antonow kurz vor dem Ziel zur Notlandung in der tief verschneiten Tundra angesetzt. Nach einem nicht bestätigten Bericht soll vor Ort starker Nebel die Sicht behindert haben. Beim Aufsetzen stürzte die Maschine auf die Seite, es brach der linke Flügel ab. Später erreichten Rettungskräfte mit einem Hubschrauber den Unfallort, an dem 24 Grad Frost herrschten.

In den schwer zugänglichen Weiten des russischen Nordens sind viele Siedlungen und Förderstätten nur mit Hubschraubern oder Flugzeugen zu erreichen. Wie die abgestürzte Antonow-24 stammen die meisten Flugzeuge in der Region aus den 1960er oder 1970er Jahren. Bei Flügen in den russischen Regionen fehlen häufig Passagierlisten. Deshalb herrscht bei Unfällen oft Unklarheit über die genaue Zahl der Opfer. (tso) ()

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