Flugzeugunglück : 140 Tote bei Airbus-Bruchlandung

Bei der Bruchlandung eines Airbus A310 der russischen Fluggesellschaft Sibir sind am Sonntagmorgen im sibirischen Irkutsk rund 140 Menschen ums Leben gekommen.

Irkutsk - Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete, befanden sich zahlreiche Kinder an Bord der in Brand geratenen Maschine. Nach Angaben des Krisenstabs wurden elf Insassen unverletzt gerettet. Es gab 49 Verletzte. Der Airbus A310 war in Moskau gestartet und setzte um 8 Uhr Ortszeit zur Landung an. Die Maschine schoss jedoch über die Landebahn hinaus und prallte gegen eine Betonwand, bevor sie in Brand geriet. Das Wrack konnte erst drei Stunden nach der Katastrophe gelöscht werden.

Die genaue Zahl der Insassen der Unglücksmaschine stand auch Stunden nach dem Unglück noch nicht fest. Am Domodedowo-Flughafen in Moskau war von 193 Passagieren und neun Besatzungsmitgliedern die Rede, in Irkutsk von genau 200 Insassen. Das Moskauer Ministerium für Notfallsituationen teilte mit, dass 120 Leichen geborgen worden seien. Eine Stewardess und zehn Passagiere konnten sich über eine Tür am Heck der Unglücksmaschine ins Freie retten und blieben unverletzt. Zehn der Passagiere wurden mit schweren Verletzungen auf Intensivstationen in Kliniken eingeliefert. Das Cockpit der Maschine wurde durch den Aufprall gegen die Betonmauer fast vollständig zerstört. Die zahlreichen Kinder an Bord sollten laut Itar-Tass zu einem Ferienaufenthalt an den Baikal-See gebracht werden.

Flugschreiber geborgen

Der Flugschreiber und der Voice Recorder wurden kurz nach der Bruchlandung geborgen. Mitarbeiter des Notfallministeriums äußerten die Vermutung, dass am Fahrwerk des A310 bei der Landung ein Defekt aufgetreten sein könnte. Eine weitere Erklärungsmöglichkeit für das Unglück könnte darin bestehen, dass in der Maschine bereits vor der Landung ein Brand entstand, der die Bremsen außer Kraft setzte. Verkehrsminister Igor Lewitin, der von Moskau aus Richtung Irkutsk aufbrach, wies darauf hin, dass die Landebahn zum Unglückszeitpunkt regennass gewesen sei. Der Pilot habe das Aufsetzen noch zum Kontrollturm durchgegeben, dann sei die Kommunikation abgebrochen.

Am 3. Juli 2001 war in Irkutsk eine Passagiermaschine vom Typ Tupolew TU 154 verunglückt. Dabei kamen 145 Menschen ums Leben. Zuletzt verunglückte in Russland ein Airbus A320 der armenischen Fluglinie Atmawia. Dabei kamen am 3. Mai im südrussischen Sotschi 113 Menschen ums Leben. (tso/AFP)

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