Flugzeugunglück in Indonesien : Falschangaben bleiben ungestraft

Trotz Protesten von Angehörigen bleiben die Fehlinformationen eines Offiziers zu angeblichen Überlebenden des Flugzeugunglücks in Indonesien ungestraft. Die Suche nach dem Wrack wurde wiederholt erfolglos abgebrochen.

Jakarta - Der Luftwaffenoffizier habe nur seine Pflicht erfüllt, als er die später als falsch erwiesenen Informationen weitergegeben habe, zitierte die Nachrichtenagentur Antara den Chef des Kommunikationsstabs der Luftwaffe. Die Fehlinformationen beruhten laut Armee auf Angaben eines Dorfbewohners, der das Wrack sowie Tote und Überlebende gesehen habe. Der angebliche Zeuge bestritt später jedoch, dies jemals gesagt zu haben. Der Luftwaffenoffizier hatte die Fehlinformationen an den Rettungsstab weitergegeben. Er entschuldigte sich dafür bei den Angehörigen der Opfer. Weder die Armee noch die Polizei wollen gegen den Offizier vorgehen.

Auch zwei Tage nach dem Verschwinden eines Verkehrsflugzeugs mit 102 Menschen an Bord ist die Suche in Indonesien erfolglos geblieben. "Wir haben das Flugzeug bisher nicht gefunden", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte in Makassar auf der indonesischen Insel Sulawesi. Die Suche sei am Mittwochnachmittag (Ortszeit) im Süden und Westen der Insel abgebrochen worden und solle am Donnerstag bei Tagesanbruch fortgesetzt werden. Schlechtes Wetter habe den Einsatz behindert, dennoch solle die Suche am Donnerstag ausgeweitet werden.

Sucheinsatz auf Meer ausgedehnt

Der Kontakt zu der Boeing 737-400 der privaten indonesischen Fluglinie Adam Air war am Montag bei Regen und Wind auf dem Flug von der Insel Java nach Sulawesi abgebrochen. An Bord waren 96 Passagiere, darunter drei Amerikaner und elf Kinder, sowie sechs Crew-Mitglieder. Deutsche Passagiere sollen nicht darunter gewesen seien.

Der Sucheinsatz war am Mittwoch auf das Meer ausgedehnt worden. Drei Marineschiffe, zwei Flugzeuge und ein Helikopter suchten nach Angaben von Rettungskräften weite Regionen im Süden und Westen Sulawesis sowie die angrenzenden Gewässer ab. Wie der Leiter des Luftwaffenstützpunktes in Makassar, Eddy Suyanto, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Antara mitteilte, konzentriert sich die Suche auf das Meer vor West-Sulawesi sowie die Bergregionen nahe Rantepao im Bezirk Tanah Toraja.

Das Flugzeug soll zuletzt vor Mamuju in West-Sulawesi auf den Radarschirmen gesichtet worden sein. Der Grund für das Verschwinden war weiterhin unklar. Ein Flugzeug der indonesischen Luftwaffe musste während der Suche am Mittwoch wegen des schlechten Wetters auf der Insel Borneo notlanden. Der indonesische Verkehrsminister Hatta Radjasa sagte laut Antara, trotz der erweiterten Suche zu Land, Wasser und in der Luft gebe es keine Fortschritte. (tso/AFP/dpa)

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