Flugzeugunglück : Mindestens neun Todesopfer bei Flugzeugabsturz

Eine Linienmaschine der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines ist bei der Landung auf dem Flughafen von Amsterdam-Schiphol abgestürzt. Wie ein Wunder überlebte ein Großteil der 143 Menschen an Bord. Bislang gehen die niederländischen Medien von neun Toten aus.

Flug
Rettungskräfte bergen die Passagiere. -Foto: AFP

AmsterdamUnter den neun Toten des Absturzes einer türkischen Passagiermaschine am Mittwoch bei Amsterdam sind drei Besatzungsmitglieder. Ob die beiden Piloten unter ihnen sind, blieb zunächst unklar. Die drei Leichen seien zur weiteren Aufklärung der Unglücksursache an Bord gelassen worden, teilte ein Sprecher der Rettungsdienste bei einer Pressekonferenz mit. Berichte, wonach diese Toten im Cockpit liegen, wurden zunächst nicht offiziell bestätigt. In Medienberichten hieß es zudem, der Flugschreiber sei inzwischen gefunden worden.

Derweil schlossen Mediziner nicht aus, dass sich die Zahl der Todesopfer erhöhen könnte. Sechs der nach neuesten Zahlen mehr als 80 Verletzten schwebten am Nachmittag noch in Lebensgefahr, erklärte eine Sprecherin des Medizinischen Dienstes. Als schwer verletzt seien 25 Menschen eingestuft worden. Die Verletzten seien auf elf Krankenhäuser in der Amsterdamer Region verteilt worden.

"Wie bei einem Luftloch abgesackt"

Beim Landeanflug auf den Amsterdamer Flughafen Schiphol war das Flugzeug mit 143 Menschen an Bord abgestürzt. Die Fluggesellschaft Turkish Airlines und der türkischen Verkehrsministers Binali Yildirim hatten zuvor erklärt, es sei niemand getötet worden.

Über die Ursache für den Absturz gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Jedoch schlossen Luftfahrtexperten nicht aus, dass der Pilot wegen technischer Probleme auf dem Feld notlanden wollte. Augenzeugen wollen gesehen haben, dass die Maschine sehr langsam aufsetzte. Unmittelbar vor dem Aufsetzen, als die Maschine nur noch ein paar hundert Meter hoch war, sackte sie plötzlich ab. "Wir spürten: Das Flugzeug ist außer Kontrolle", sagte ein Überlebender im türkischen Fernsehen. Das Flugzeug soll in den letzten Augenblicken wie ein Segelflugzeug, also ohne den Einsatz seiner Triebwerke, geflogen sein.

"Das Flugzeug geriet außer Kontrolle", berichtete der Bankangestellte Tuncer Mutluhan im türkischen Nachrichtensender NTV. Die Maschine sei abgesackt und auf ein Feld gestürzt. Alles sei eine Sache von wenigen Sekunden gewesen. "Ich saß hinten", sagte sein Mitreisender Kerem Uzel. Plötzlich sei das Flugzeug wie bei einem schweren Luftloch abgesackt. Dann sei es mit dem Heck zuerst auf dem Boden aufgekommen, neben einer Schnellstraße entlanggeschlittert und auf dem Acker zum Stehen gekommen. Uzel überlebte unverletzt und konnte aus dem Flugzeug klettern. Doch sechs Passagiere und drei Besatzungsmitglieder starben. Laut der niederländischer Zeitung De Telegraaf befinden sich unter den Toten die beiden Piloten.

Überlebende irrten um das Wrack

Dann schlug es auf dem Feld auf und brach in drei Teile. Die Flügel mit den Treibstofftanks blieben ganz - vielleicht ein Grund dafür, warum es kein Feuer an Bord gab. Mehrere Dutzend Passagiere  konnten unverletzt oder mit ein paar kleinen Schrammen das Wrack  aus eigener Kraft verlassen. Andere, vor allem im vorderen Teil der Maschine, waren schwer verletzt oder tot.

Minuten nach dem Unglück waren die ersten Helfer zur Stelle. Aus der gesamten Umgebung rasten Rettungsfahrzeuge zum Absturzort. Glück im Unglück hatten Passagiere und Besatzung, weil die Maschine nach dem Aufprall nicht in Flammen aufging. Die Retter konnten deshalb sofort mit Spezialgeräten die Absturzstelle erreichen und die Verunglückten aus dem Wrack befreien. Der Fernsehsender CNN-Türk meldete unter Berufung auf Augenzeugen, einige Passagiere seien aus dem Wrack herausgekommen. Sie irrten in der Umgebung der Unglücksmaschine herum und suchten ihr Gepäck.

0 Kommentare

Neuester Kommentar