Welt : Flutkatastrophe: Fünf Millionen Obdachlose in Bangladesch

Die Lage für die Menschen in den Flutgebieten von Bangladesch wird immer verzweifelter. Die Zahl der Obdachlosen stieg auf mehr als fünf Millionen, teilten die Behörden am Freitag mit. In Satkhira im Südwesten des Landes brach ein Damm am Fluss Betna. 50 000 Menschen flohen aus der Stadt. Im Norden Vietnams kamen 51 Menschen nach schweren Regenfällen ums Leben. Eine Schlammlawine in der Provinz Lai Chau begrub 40 Menschen unter sich. In der Provinz Bac Lam ertranken elf Menschen, als eine Hängebrücke einstürzte. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten noch steigt.

In Bangladesch kamen durch die Überschwemmungen bislang mindestens 126 Menschen ums Leben. Viele wurden von giftigen Wasserschlangen gebissen oder starben in ihren einstürzenden Hütten. Experten in Bangladesch machen die indischen Behörden für die dramatischen Folgen der Flut verantwortlich, da auf indischer Seite ohne Vorwarnung Dämme geöffnet worden seien, um die dortigen Stauseen und Flüsse zu entlasten.

Schwere Regenfälle am Ende des Monsuns hatten im September in den indischen Bundesstaaten Bihar und West Bengalen dazu geführt, dass sich der Ganges und seine Nebenflüsse in eine riesige Wasserfläche verwandelten. Auf indischer Seite kamen bis zu 1200 Menschen ums Leben. Über die Mündungsarme des Ganges gelangte die Flutwelle ins benachbarte Bangladesch. Vietnam wird seit Wochen von den schwersten Überschwemmungen seit 70 Jahren heimgesucht.

Das Internationale Rote Kreuz begann am Freitag mit neuen Hilfsaktionen in dem seit Wochen überschwemmten vietnamesischen Mekong-Delta. An die Betroffenen würden Reisrationen und Rettungsringe übergeben, teilte die Hilfsorganisation mit.

Hurrikan "Keith" in Mexiko

Der Hurrikan "Keith" hat am Donnerstag Mexiko ein zweites Mal heimgesucht. Wie der Rundfunk berichtete, kam in der nordöstlichen Hafenstadt Tampico ein Mann ums Leben, als er von einem heruntergestürzten Stromkabel getroffen wurde. Der Sturm warf in der Region zahlreiche Lichtmasten um, was zu Stromausfällen führte. Einige besonders gefährdete Zonen wurden evakuiert. Über dem Festland verlor "Keith" allerdings an Kraft und war am Abend nur noch ein einfacher Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten von 105 Stundenkilometern. "Keith" war in der vorigen Woche in der Karibik entstanden und hatte mit seinen Regenfluten in Belize, Guatemala, Nicaragua und Südostmexiko beträchtliche Schäden angerichtet und mindestens zwölf Menschenleben gefordert. Nach Ansicht der Meteorologen dürfte er sich nun aber über dem Festland auflösen.

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