• Flutwelle nach Starkregen fordert Tote Katastrophenalarm und Evakuierungen in Sachsen

Welt : Flutwelle nach Starkregen fordert Tote Katastrophenalarm und Evakuierungen in Sachsen

Zittau/Görlitz - Das Wasser kam rasend schnell. Andauernder Regen des nach Osten ziehenden Tiefs „Viola“ hat am Samstag Flüsse in Sachsen und Polen binnen weniger Stunden massiv anschwellen lassen. In Neukirchen im Erzgebirge ertranken drei Menschen bei dem Versuch, Waschmaschinen aus dem Keller ihres Mehrfamilienhauses zu retten. In dem Ort gebe es zahlreiche über die Ufer getretene Bäche, sagte ein Polizeisprecher. Auch in Polen wurde ein Mensch von den Fluten eines Flusses mitgerissen. Die Pegelstände der Lausitzer Neiße und des Flüsschens Mandau waren in kurzer Zeit stark gestiegen.

Für den Süden des Landkreises Görlitz und für Teile der Sächsischen Schweiz wurde Katastrophenalarm ausgerufen, nachdem im polnischen Radomierzyce eine Staumauer gebrochen war. Eine Flutwelle entlang der Neiße erreichte Görlitz gegen 22 Uhr. Der Katastrophenschutzstab des Landkreises bat die Bevölkerung, über Lautsprecherwagen, „ihre Häuser zu verlassen und höhergelegene Orte aufzusuchen“. Auch ein Wohnviertel im Osten der Stadt Zittau stand unter Wasser und musste evakuiert werden. Nach Angaben der Polizei gab es mehrere Verletzte und vom Wasser eingeschlossene Menschen. „Hier herrscht absolutes Chaos, das übertrifft alles bisher Dagewesene“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Wassermassen stoppten auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU), der sich in Zittau im Dreiländereck zu Polen und Tschechien umsehen wollte. Kurz hinter der Stadt seien Orte abgeschnitten und stünden unter Wasser, berichtete der Sprecher des Innenministeriums, Frank Wend. Viele Menschen würden mit Schlauchbooten aus ihren Häusern geholt. An der Elbe wurde der Zugverkehr zwischen Sachsen und Tschechien unterbrochen. In Polen wurde die Stadt Bogatynia an der Grenze zu Sachsen überflutet. Menschen warteten auf den Dächern ihrer Häuser auf Rettung.

Auch Brandenburg bereitet sich auf die Flutwelle auf der Neiße vor. Bis Sonnabend waren die Behörden noch davon ausgegangen, dass das Hochwasser nur die Stufe 2 erreichen würde, dann trafen die beunruhigenden Nachrichten vom Dammbruch in Polen ein. Von Görlitz aus hat die Neiße es nicht mehr weit bis zur brandenburgischen Grenze – wann die Flut dort eintrifft, konnte und wollte gestern noch keiner prognostizieren. Erst am heutigen Sonntag will sich das Landesumweltamt zur neuen Situation äußern.

Unterdessen stiegen auch in Sachsen- Anhalt die Pegelstände einiger Flüsse auf Alarmstufe 2. Insgesamt gibt es für den Hochwasseralarm vier Stufen. dpa/das

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