Foltermord an Rentner : Mutter und Sohn lebenslang in Haft

Sie wollen wissen, wo er sein Geld versteckt hat. Deshalb foltern sie einen 64-jährigen Rentner stundenlang. Jetzt sind die beiden Täter - eine Mutter und ihr Sohn - zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Stuttgart Aus Geldgier haben ein 27-jähriger Mann und seine Mutter einen Rentner über Stunden zu Tode gefoltert. Für diesen grausamen Mord sind die beiden am Donnerstag in Stuttgart zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht erkannte zudem auf besondere Schwere der Schuld des "schwer seelisch abartigen" 27-Jährigen. Damit ist eine vorzeitige Entlassung aus der Haft ausgeschlossen.

Der Angeklagte aus Hanau (Hessen) hatte gestanden, seinem 64-jährigen Bekannten in Großerlach (Baden-Württemberg) an dessen Geburtstag am 11. April dieses Jahres mit diversen Werkzeugen stark blutende Wunden zugefügt zu haben. Unter anderem hatte er Flaschen und Stühle auf dem Kopf des Rentners zerschmettert, ihn mit einem Messer am Hals verletzt und ihm mit einer Schreckschusspistole mehrfach ins Gesicht geschossen. Das Opfer hatte nach Aussage der Mutter während der Tat vor Schmerzen geschrien und um sein Leben gefleht. Der 64-Jährige verblutete während der Misshandlungen. Der Richter hob hervor, dass eine stundenlange Folter mit zahlreichen Tatwerkzeugen "mit Sicherheit selten" sei.

Geldgier als Motiv

Das Motiv des 27-Jährigen und seiner 49 Jahre alten Mutter war Geldgier. Sie wollten an 90.000 Euro kommen, die sich aber gar nicht im Haus befanden. Nach Angaben einer Zeugin hatte der 27-Jährige bereits Wochen vor der Tat zweimal versucht, das Opfer zu vergiften.

Der Senior und der Täter kannten sich schon Jahre: Der 27-Jährige war dem Rentner nach eigenen Angaben wiederholt gegen Geld sexuell gefällig gewesen, was ihn "angeekelt" habe. Das Opfer sei vertrauensselig gewesen und habe sich zunächst sehr über den Geburtstagsbesuch gefreut, sagte der Angeklagte, der als Kind misshandelt wurde. Wegen diverser Persönlichkeitsstörungen war er wiederholt in psychiatrischer Behandlung. Reue zeigte er bis zum Schluss nicht. Er hatte nach Angaben des Richters "zum Teil sogar Spaß" am Prozess.

Die Mutter hat sich nach Ansicht des Gerichts durch ihre Mithilfe schuldig gemacht, obwohl sie nicht selbst auf das Opfer eingeschlagen hat. Sie hatte die Tat mit geplant, dem Sohn Werkzeuge gereicht sowie das Haus durchsucht. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie die Tat billigte. Die 49-Jährige hatte in ihren letzten Worten Bedauern gezeigt: "Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich keine Hilfe holte. Ich würde gerne alles rückgängig machen." (bai/dpa)

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