Welt : Forderte Tsunami 8000 Todesopfer?

VANIMO (AFP).Bei der Flutwelle in Papua-Neuguinea sind möglicherweise bis zu 8000 Menschen ums Leben gekommen.Diese Zahl nannte am Dienstag, vier Tage nach der Katastrophe, Bischof Cesare Bonivento.Nur 500 Überlebende seien bislang aus der von 10 000 Menschen bewohnten Küstenregion ausgeflogen worden, sagte Bonivento.Er rechne höchstens mit 1500 weiteren Überlebenden, die in den Dschungel geflohen seien.Damit wäre die Katastrophe die folgenreichste Flutwelle in der Pazifikregion seit mehr als hundert Jahren.

In der tropischen Hitze werden die zahllosen Leichen, die noch im Wasser trieben oder in Bäumen und Gehölzen lagen, für die Überlebenden zu einem ernsten Gesundheitsrisiko.Die Vereinten Nationen und das Commonwealth riefen die internationale Staatengemeinschaft zu Hilfen für den Pazifikstaat auf.Unter australischer Führung sind erste Hilfmaßnahmen angelaufen.

Bischof Bonivento sagte, es stehe fest, daß es mehr Tote als Überlebende gebe.Er habe grauenvolle Szenen in der Lagune vor Sissano gesehen, wo Babys inmitten der Überreste von Behausungen im Wasser trieben.Premierminister Bill Skate sagte, daß noch immer rund 5000 Menschen vermißt würden.Mit Blick auf die Zahl der Überlebenden sagte er, er wolle "nicht zu optimistisch sein".Genaue Zahlen sind nach wie vor nicht zu ermitteln, weshalb die Darstellungen zum Teil widersprüchlich sind.Skate sagte, 1200 Überlebende seien bislang ausgemacht worden.700 Todesopfer seien bis Dienstag morgen beerdigt und 500 weitere Leichen im Wasser ausgemacht worden.Die Behörden hatten die Zahl der geschätzten Toten tags zuvor mit 3000 angegeben.

In dem 30 Kilometer langen und abgelegenen Abschnitt an der Küste der Provinz West Sepik lebten vor der Flutwelle rund 10 000 Menschen.Der Einsatzleiter der Rettungstrupps, Julian Yohrin, warnte vor wachsenden Gefahren durch die zahlreichen Leichen, die noch nicht bestattet oder verbrannt werden konnten.Die Leichen würden in dem tropischen Klima häufig auseinanderfallen, wenn die Rettungstrupps sie einsammelten.Australische Ärzte, die in der Ortschaft Vanimo ein mobiles Militärhospital aufgebaut haben, wiesen auf die Gefahr von Lungenentzündungen hin, der vor allem Kinder ausgesetzt seien.Viele Überlebende hätten größere Mengen Salzwasser in den Lungen, sagte der Leiter der Krankenstation, Major Paul Taylor.

Taylor äußerte sich pessimistisch zu den Überlebenschancen vor allem vieler Kinder.Rund ein Viertel der Verletzten seien Kinder.Viele Überlebenden erlitten außerdem schwere innere wie äußere Verletzungen, die in der feuchten Hitze nur langsam heilen.Ein wachsendes Problem wurde auch die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrung.Hubschrauber suchten am Dienstag nach weiteren Überlebenden und Verletzten, die im Dschungel vermutet wurden."Es war wirklich, wirklich grauenvoll", sagte der neuseeländische Hubschrauberpilot Merv Hastie, der in der Region für eine Kupfermine arbeitet.Er habe in seine sechssitzige Maschine jeweils zwölf Menschen gepackt, um sie in Krankenhäuser zu fliegen.

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