• Forscher: Ölfluss stärker als gedacht Präsident Obama zitiert BP-Chef ins Weiße Haus

Welt : Forscher: Ölfluss stärker als gedacht Präsident Obama zitiert BP-Chef ins Weiße Haus

Washington - Die Menge des sprudelnden Öls im Golf von Mexiko ist nach neuesten Expertenschätzungen wohl deutlich höher als bisher angenommen. Das von der US-Regierung gebildete Forscherteam zur Messung des Ölflusses hat seine Zahlen am Donnerstag stark nach oben korrigiert. Bevor der Ölkonzern BP einen Auffangbehälter über der sprudelnden Quelle installierte, seien pro Tag zwischen 2700 und 5400 Tonnen Öl ins Meer geflossen, teilte die US-Geologiebehörde mit. Bisher lagen ihre Schätzungen zwischen 1600 und 3400 Tonnen Öl.

Die korrigierten Ergebnisse beruhen auch auf hochauflösenden Videos, die BP jüngst öffentlich machte. Sie gelten für den Zeitraum, bis der Konzern das defekte Steigrohr an der Quelle in 1500 Meter Tiefe ansägte und einen Deckel darauf platzierte. Seitdem fängt BP nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 2150 Tonnen Öl pro Tag ab.

Unterdessen hat US-Präsident Barack Obama den Vorsitzenden des BP-Aufsichtsrates ins Weiße Haus einbestellt. Carl-Henric Svanberg solle am kommenden Mittwoch Obama Rede und Antwort stehen, teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Ein entsprechendes Schreiben vom Chef-Koordinator für das Krisenmanagement an der ölverseuchten Golfküste, Thad Allen, sei an Svanberg geschickt worden. Darin habe Allen nochmals klargemacht, dass BP „finanziell für alle Kosten voll verantwortlich“ sei.

Obama hatte in den vergangenen Tagen den Druck auf BP deutlich erhöht. Unter anderem sagte der Präsident über BP-Chef Tony Hayward, er hätte diesen längst gefeuert. Außerdem setzte die US-Regierung dem britischen Konzern ein Ultimatum für neue Vorschläge im Kampf gegen die Ölpest. dpa/AFP

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