Forschung : Erste Erkenntnisse über BSE-Verlauf bei Test-Rindern

Die zum so genannten Rinderwahnsinn führenden BSE-Erreger gelangen nach neuen Erkenntnissen vom Darm direkt über die Nervenbahnen in das Gehirn der Tiere.

Riems - Bei einem vor drei Jahren gestarteten Test an infizierten Tieren im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems seien keine veränderten Eiweiße im Blut oder in der Milch nachgewiesen worden, berichtet die "Ostseezeitung" (Mittwochausgabe). Nur in ganz kleinen Mengen seien die so genannten Prionen in der Nähe eines Nervenstranges im Muskelgewebe gefunden worden, sagte der Leiter des Instituts für neuartige Tierseuchenerreger, Martin Groschup. Für den Verbraucher bedeute dies, dass er nicht auf den Verzehr von Rinderfleisch verzichten müsse. Nur die bekannten Risikomaterialien wie Nerven- und Darmgewebe könnten Gefahren bergen. Auszuschließen sei auch, dass die Krankheit von der Kuh auf das Kalb übertragen werde.

Langzeitversuche starteten vor drei Jahren

Die Riemser Forscher hatten vor drei Jahren 56 Rinder mit jeweils 100 Gramm infiziertem Rinderhirn aus Großbritannien gefüttert und anschließend in einem Hochsicherheitstrakt den Krankheitsverlauf in der Herde untersucht. Dabei wurden alle vier Monate jeweils vier Tiere getötet, seziert und deren Gewebe wurde genau untersucht. Vergleichbare Langzeitversuche gibt es nur noch in Großbritannien und Japan.

Derzeit leben noch zwölf Testtiere. Der erste BSE-Nachweis war nach zwei Jahren im Hirn eines äußerlich gesunden Rindes entdeckt worden. Erste Auffälligkeiten im Verhalten hätten sich nach 32 Monaten gezeigt, sagte Groschup. Die Tiere seien schreckhafter und ängstlicher geworden und durch einen wackligen Gang aufgefallen. In einem Fall habe sich der Zustand eines Tieres so plötzlich verschlechtert, dass es innerhalb weniger Stunden nicht mehr aufstehen konnte und eingeschläfert werden musste. Insgesamt seien elf Rinder infiziert worden. Sieben von ihnen seien richtig erkrankt. Der Versuch soll 2007 abgeschlossen werden. (tso/ddp)

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