Welt : Fossett gibt auf

US-Ballonfahrer scheitert an Wetter und technischen Pannen MOSKAU (Tsp/AFP/dpa).Auch im dritten Anlauf ist es dem US-Börsenmakler Steve Fossett nicht gelungen, die Erde in einem Heißluftballon zu umrunden.Der russischen Luftwaffe zufolge landete Fossett am fünften Tag seiner Reise gegen 12.15 Uhr MEZ nach etwa 11 000 Kilometern nahe dem Schwarzen Meer bei Krasnodar im Südwesten Rußlands.Zuvor hatte Fossetts Kontrollzentrum in Saint Louis im US-Bundesstaat Missouri bereits mitgeteilt, daß der 53jährige Abenteurer seinen Rekordversuch wegen ungünstiger Winde und technischer Probleme abbrechen müsse.Fossett legte damit nur rund ein Drittel der vorgesehenen Strecke zurück.Bei seinem letzten Versuch im Januar vergangenen Jahres hatte es Fossett mit seinem Ballon aus Heißluft und Helium bis Indien geschafft.Auch wenn Fossetts Weltumrundung gescheitert ist, hält er mit sechs Tagen, zwei Stunden und 44 Minuten noch immer den Rekord der längsten Fahrt in einem Heißluftballon. Fossett war am Mittwoch in Saint Louis gestartet, um als erster Mensch in einem Ballon die Erde ohne Zwischenlandung zu umfliegen.Den Atlantik hatte er problemlos überquert, danach begannen jedoch die Schwierigkeiten: Kurzfristig mußte Fossett noch am Sonnabend seine Route ändern, weil Libyen ihm seinen Luftraum zu spät geöffnet hatte.Ungünstige Winde erschwerten danach sein Fortkommen und erhöhten den Treibstoffverbrauch.Zudem fiel die Heizung an Bord aus. Trotz polartauglicher Kleidung an Bord klagte Fossett darüber, daß die Kälte nur schwer zu ertragen sei.Die Temperatur in seiner Kabine lag meist um den Gefrierpunkt.Auch sonst waren es entbehrungsreiche Tage für Fossett.Seine Kabine war nicht einmal zwei Quadratmeter groß.Um sie nicht mit überflüssigem Gewicht zu belasten, hatte Fossett auf jegliche Bequemlichkeit verzichtet.In einer Flughöhe von bis zu 8000 Metern litt er unter Sauerstoffmangel.Und obwohl sein Ballon "Solo Spirit" über einen Autopiloten verfügte, schlief Fossett nicht mehr als ein paar Stunden pro Nacht. In Rußland hat Fossett jetzt noch ein weiteres Problem: Er hat nämlich die Grenze ohne gültige Einreiseformulare überquert.Ein russischer Diplomat zeigte sich aber zuversichtlich, daß sich eine Lösung finden lassen werde. Allerdings bereiten sich schon die nächsten Flieger darauf vor, Fossetts Bestmarke zu übertreffen.Am Dienstag wollen zwei weitere Amerikaner, Dick Rutan und Richard Abruzzo, eine Weltumrundung per Heißluftballon in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico beginnen.Für Donnerstag ist der Start einer dreiköpfigen Mannschaft in den Schweizer Alpen vorgesehen.An Bord des Ballons gehen ein Schweizer, ein Belgier und ein Brite.Ein weiterer Konkurrent mußte am Mittwoch letzter Woche bereits kurz nach dem Start in Rockford, Bundesstaat Illinois, wegen eines geborstenen Heliumbehälters aufgeben. Fossett hat sein Weltrekordversuch insgesamt 350 000 Dollar gekostet.Wem es jedoch gelingt, die Welt ohne Unterbrechung zu umrunden, dem winkt ein Preisgeld von einer Million Dollar, die eine amerikanische Großbrauerei zur Belohnung ausgesetzt hat.

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