Frankreich : "Ich habe meine Pflicht erfüllt"

Die Gerüchteküche brodelte in den letzten Wochen, nun ist es Gewissheit: Nicolas und Cécilia Sarkozy gehen künftig getrennte Wege. Über die Gründe für die Scheidung wird weiter spekuliert. Gab es eine stille Abmachung?

Ehepaar Sarkozy
Nun ist es Gewissheit: Die Sarkozys haben sich getrennt. -Foto: AFP

ParisDas Paar gehe in beiderseitigem Einvernehmen auseinander, teilte das Büro des Staatschefs mit. Die "Première Dame" habe am Montag die Scheidung eingereicht, berichtete die Tageszeitung "Libération". Das Magazin "Nouvel Observateur" zitierte die 49-Jährige mit den Worten: "Ich habe meine Pflicht erfüllt." Demnach hielt Cécilia Sarkozy die Ehe nur noch als Fassade aufrecht, bis ihr Mann im Mai zum Präsidenten gewählt worden war und sein Amt angetreten hatte. Das Paar war seit elf Jahren verheiratet und hat gemeinsam einen zehnjährigen Sohn.

Cécilia Sarkozy sei am Montagabend mit einer Anwältin bei Gericht im Pariser Vorort Nanterre gewesen, um eine Scheidung in beiderseitigem Einvernehmen zu beantragen, berichtete "Libération". Ein Familienrichter habe sich kurz darauf in den Elysée begeben, um Sarkozys Unterschrift einzuholen.

In Frankreich ist unter Juristen allerdings weiter umstritten, ob Sarkozy sich im Amt scheiden lassen kann. Denn laut Verfassung darf der französische Staatschef "während seines Mandats" "nicht Objekt einer Handlung, eines Informationsaktes, einer Beweisaufnahme oder einer Strafverfolgung" sein. Damit könnte laut Fachleuten auch ein Richter nicht die Scheidung aussprechen, selbst wenn der Präsident das wolle.

Stille Abmachung

Der "Nouvel Observateur" berichtete, das Paar habe eine stille Abmachung gehabt, so lange zusammenzubleiben, bis Sarkozy zum Präsidenten gewählt wird. Seine Frau betrachte ihre Pflicht nun als erfüllt. "Ich habe Nicolas dorthin gebracht, wo er hin musste", habe sie zu Freunden gesagt. Die Expertin für Öffentlichkeitsarbeit hatte ihren Mann von Beginn an in seiner politischen Karriere unterstützt und soll vor Freunden immer wieder gesagt haben: "Im Elysée spielen wir dann die Kennedys."

Im Grunde habe das frühere Model aber immer nach einer Rolle für sich selbst gesucht, hieß es in dem Bericht - "ein hübsches Mädchen", das wohlbehütet aufgewachsen sei, praktisch nie richtig gearbeitet und immer nur an der Seite von Männern gelebt habe. "Das ist doch kein richtiges Leben", soll sie öfter gesagt haben, bevor sie nun nach fünf Monaten als "First Lady" das Weite suchte.

Nicolas Sarkozy hatte Cécilia Ciganer 1984 kennengelernt, als er Bürgermeister im Pariser Nobelvorort Neuilly war und sie mit einem berühmten französischen Fernsehmoderator traute. Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter verließ die junge Frau ihren Mann und zog zu Sarkozy, der seinerseits zwei Söhne aus erster Ehe mit in die Beziehung brachte. Wenige Monate nach der Hochzeit im Herbst 1996 brachte Cécilia Sarkozy den gemeinsamen Sohn Louis zur Welt.

Nach New York durchgebrannt

Vor zweieinhalb Jahren verließ sie ihren Mann und brannte mit einem Werbemanager nach New York durch - um Monate später zu Sarkozy zurückzukehren, der sich seinerseits vorübergehend mit einer Journalistin zusammengetan hatte. Im vergangenen Sommer feierten die Sarkozys öffentlich ihre wiedergefundene Liebe - diesmal sei es "für immer", schrieb der Präsident damals in einem Buch. Als sein Büro am Donnerstag die Trennung bekanntgab, war er beim EU-Gipfel in Portugal. Die Eheleute selbst würden sich nicht zu ihrer Trennung äußern, erklärte der Elysée. (mit AFP)

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