Frankreich : Kinder nach Verzehr von Lidl-Steaks an E-Coli erkrankt

Nach dem Verzehr von Hacksteaks der deutschen Supermarktkette Lidl sind sechs Kinder in Nordfrankreich an einer schweren E-Coli-Infektion erkrankt. Die Hacksteaks seien nicht in Deutschland verkauft worden, teilte Lidl mit.

Das Fleisch kam laut Angaben des französischen Steak-Herstellers aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien.

Nach Einschätzung der französischen Gesundheitsbehörden hat die Infektion nichts mit dem E-Coli-Keim zu tun, an dem in Deutschland mehr als 35 Menschen gestorben sind. Die Kinder, von denen das jüngste erst gut anderthalb Jahre als ist, kommen aus verschiedenen Orten in Nordfrankreich. Sie sollen alle die Tiefkühl-Hacksteaks der Marke "Steaks Country" gegessen haben. SEB rief die Produkte mit Verfallsdatum im Mai kommenden Jahres zurück.

Lidl stellte in seinen französischen Läden Warnungen vor dem Fleisch auf und richtete eine Hotline ein. "Die Sicherheit und Gesundheit unserer Kunden hat für uns Vorrang", sagte der Geschäftsführer von Lidl in Frankreich, Jérôme Gresland. Er verwies zudem darauf, dass ein Zusammenhang zwischen dem Steak-Fleisch und der Infektion noch nicht erwiesen sei.

Auch eine Panne in der Kühlkette oder ein Fehler in der Zubereitung könnten für den blutigen Durchfall der Kinder verantwortlich sein, sagte der Chef der Herstellerfirma SEB, Guy Lamorlette. Seine Firma erhielt von Schlachtereien in Deutschland, Belgien und den Niederlanden die Tierkörper, die sie dann entbeinte und zu Hackfleisch verarbeitete.

Die EU-Kommission forderte die französischen Behörden auf, die Herkunft des Keims herauszufinden, bevor sie möglicherweise eine Warnung herausgibt. "Man muss genau wissen, wo die Verseuchung stattgefunden hat: am Produktionsort, in der Transportkette oder im Handel", sagte ein Sprecher.

Die erkrankten Kinder, die alle in ein Krankenhaus in Lille kamen, leiden unter blutigem Durchfall, drei von ihnen mussten wegen Nierenproblemen an die Dialyse angeschlossen werden. Ursache ist ein seltenes Bakterium, das wie bei EHEC auch das Zellgift Shiga-Toxin produziert und so die selben Symptome auslöst. Lebensgefahr bestand am Donnerstag für keinen der Patienten. (AFP)

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