Frankreich : Nicolas Sarkozy will im Februar heiraten

Lange hat es Frankreichs Staatchef Nicolas Sarkozy nicht als Single ausgehalten. Ein gutes Vierteljahr nach der Scheidung von seiner Frau Cécilia will der Präsident im Februar seine neue Freundin, das ehemalige Topmodel Carla Bruni heiraten.

In fünf Wochen, am 8. oder 9.Februar, solle es soweit sein. Bruni, die mittlerweile Musik macht und für ihren ziemlich hohen Männerverschleiß bekannt ist, würde damit Sarkozys dritte Frau. Und Frankreich hätte wieder eine "First Lady", wenn es im Juli den Ratsvorsitz der EU übernimmt. Die französische Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" will die Pläne aus "verschiedenen Quellen" erfahren haben.

Unterdessen haben die Umfragewerte für Sarkozy einen Tiefstand erreicht. "Der Medienrummel um das Privatleben des Präsidenten berührt das Image dieses Amtes und stört offensichtlich seine traditionelle Wählerschaft", sagt der Direktor des Umfrageinstituts CSA, Stéphane Rozès. Die Befragung des Instituts für die Tageszeitung "Le Parisien" ergab, dass 48 Prozent der Franzosen Vertrauen in den Staatschef haben. Das seien sieben Prozentpunkte weniger als im Dezember, hieß es.

Auch italienische Medien wollen von den Plänen wissen

Sarkozy hatte Bruni im November wenige Wochen nach seiner Scheidung kennengelernt, kurz vor Weihnachten zeigte er sich öffentlich mit der 39-jährigen Musikerin. Freunde der gebürtigen Italienerin sagten der Turiner Tageszeitung "La Stampa" schon damals, Frankreichs Präsident wolle Bruni heiraten. Und Brunis Mutter Marisa Bruni Tedeschi, eine ehemalige Konzertpianistin, freute sich nach eigenen Worten, ihre Tochter "so strahlend und verliebt" zu sehen. Die Mutter und Brunis kleiner Sohn Aurélien waren mit von der Partie, als Sarkozy und seine Freundin sich bei einem Ausflug nach Disneyland im Osten von Paris erstmals zusammen sehen ließen.

Zur Freude der Klatschpresse gingen Bruni und der bald 53 Jahre alte Sarkozy den Fotografen von da an kaum noch aus dem Weg. Weihnachten verbrachten sie turtelnd in Ägypten, wo sich der Staatschef mit weit aufgeknöpftem Hemd, Goldkettchen und verspiegelter Sonnenbrille sowie seiner attraktiven Freundin im Arm ablichten ließ. Dieses Wochenende verbrachten sie auf Einladung des jordanischen Königs Abdullah II. am Roten Meer. Und Ende des Monats steht Sarkozys Staatsbesuch in Indien an, der dem konservativen Land schon jetzt Kopfzerbrechen macht. Die Regierung in Neu Delhi wisse nicht, wie sie mit Bruni umgehen solle, meldete die indische Nachrichtenagentur PTI - die Freundin des Präsidenten sei im Protokoll nicht vorgesehen.

Carla Bruni kennt das Blitzlichtgewitter

Wenn es stimmt, was das "Journal du Dimanche" schreibt, ist es mit solchen Sorgen bald vorbei, dann reist Bruni künftig als "Première Dame" mit Sarkozy durch die Welt. Blitzlichtgewitter ist das frühere Model ohnehin gewöhnt, und auch der nötige Smalltalk dürfte ein Leichtes für sie sein: Bruni stammt aus einer reichen Industriellenfamilie, in der sich wenig um Mode und alles um Kunst drehte, wie es heißt. Sie gilt als gebildet, kurzweilig und charmant, und als vergleichsweise bodenständig obendrein: "Keine Mascara-Sammlung, kein koketter Augenaufschlag", wie die konservative Tageszeitung "Le Figaro" jüngst anerkennend schrieb - vielmehr trinke Bruni bei Rockkonzerten ganz einfach Bier.

Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob Bruni es beruflich ihren kunstbeflissenen Eltern nachtun würde. Gleich mit 19 Jahren gab sie ihr Studium der Architektur und Kunst aber wieder auf und fing stattdessen mit dem Modeln an. In den 90er Jahren rückte sie in die Reihe der Topmodels auf und lief - neben Kolleginnen wie Claudia Schiffer und Linda Evangelista - für die großen Couturiers. Gut zehn Jahre später verlegte sich Bruni dann aber doch auf die Musik, mit der sie schließlich groß geworden war. Und landete auf Anhieb einen Riesenerfolg: Ihr erstes Album, "Quelqu'un m'a dit", verkaufte sich rund zwei Millionen Mal, auch in Deutschland kamen die langsame, leicht melancholische Musik und die dunkle, rauchige Stimme von Bruni an.

Sarkozys Büro reagiert wie vor seiner Scheidung

Ziemlich unbeständig zeigte sich die schöne Franko-Italienerin in ihren Beziehungen. Bruni werden Affären mit dem britischen Rockstar Mick Jagger, seinem Kollegen Eric Clapton und sogar mit dem US-Milliardär Donald Trump nachgesagt; außerdem soll sie dem französischen Staranwalt Arno Klarsfeld, dem Schauspieler Vincent Perez und einem führenden Parteimitglied der französischen Sozialisten den Kopf verdreht haben - unter anderen. Mit dem französischen Intellektuellen Jean-Paul Enthoven lebte sie solange zusammen, bis sie ihn für seinen Sohn, den Philosphen Raphaël, verließ. Mit diesem bekam sie sogar ein Kind.

Den kleinen Aurélien trug Sarkozy in Jordanien auf den Schultern spazieren, wie auf den jüngsten Bildern der Frischverliebten zu sehen war. Nachdem sein zehnjähriger Sohn Louis bei der Scheidung im Oktober der Mutter zugesprochen wurde, könnte der Präsident - der zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe hat - vielleicht schon bald eine neue Patchworkfamilie in den Elyséepalast einführen.

Das Büro des Staatschefs lehnte eine Stellungnahme zu den Heiratsgerüchten allerdings ab. "Kein Kommentar", sagte Sarkozys Sprecher David Martinon lediglich. Dasselbe hatte er im Herbst wochenlang wie ein Mantra wiederholt, wenn er auf die offensichtlich zerrüttete Ehe des Präsidentenpaares und eine bevorstehende Trennung angesprochen wurde. Mitte Oktober teilte der Elysée dann in wenigen Worten die vollzogene Scheidung des Präsidenten mit. (mist/AFP/dpa)

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