Welt : Franz Beckenbauer: "Schlimm ist etwas anderes"

Meiser ist Talkshow-Moderator bei RTL.

Franz Beckenbauer hat in diesem Land das Recht zu leben. Wenn dieses Leben Konventionen widerspricht, dann muss er das mit sich selbst ausmachen. Er ist nicht verpflichtet, an die Öffentlichkeit zu treten und zu sagen: "Ich habe ein uneheliches Kind".

Mir tut es immer ein bisschen leid, wie diese Geschichte dargestellt wird. Was Beckenbauer privat tut, ändert nichts an seiner Kompetenz als Sportler und Manager. Was ist böse an dem, was er getan hat?

Entscheidend ist nicht, dass er ein uneheliches Kind hat. Entscheidend ist: Er hat ein Kind. Das ist etwas Wunderbares. Ich empfinde mich nicht als Richter. Was ich nicht verstehen kann, ist die Häme, mit der geschrieben wird: "Die arme Frau Beckenbauer". Diese Frau ist nicht arm. Wenn er ein Kind von einer anderen Frau hat, dann müssen er und seine Frau das Thema unter sich ausmachen. Wer weiß, vielleicht weiß seine Frau alles schon viel länger, vielleicht haben sie sich ausgesprochen und sich verständigt. Das geht niemanden etwas an.

Auch ich war ein Mal Opfer der Medien, die aus meinem Privatleben Dinge berichtet haben, die niemanden etwas angehen. Ich habe mich damals sehr schlecht gefühlt. Da wurden anonym irgendwelche "Freundeskreise" von mir zitiert und meine Freunde lasen alle entsetzt die Geschichten mit falschen Tatsachenbehauptungen, für die sie angeblich die Quellen gewesen sind.

Beckenbauer hat mit einer Frau einen schönen Abend gehabt. Daraus ist ein Kind hervorgegangen. Da ist überhaupt nichts Schlimmes dran. Schlimm sind diejenigen, die sich jetzt erheben und schmieren - ich meine nicht diejenigen, die schreiben, sondern diejenigen, die schmieren. Wenn alle, die selbst keine reine Weste haben, mit Steinen schmeißen würden, dann würde auf Deutschland ein tagelanger Steinregen niedergehen.

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