Frau des Tetrapak-Erben : Eine Spur zu Olof Palme?

Der Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme war eines der spektakulärsten Verbrechen der letzten Jahrzehnte. Nun heißt es von Scotland Yard: Die tote Millionärin Eva Rausing hatte möglicherweise Hinweise auf die Tat.

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Dieses Archivbild zeigt den früheren schwedischen Premier Olof Palme im Jahr 1985.
Dieses Archivbild zeigt den früheren schwedischen Premier Olof Palme im Jahr 1985.Foto: dpa / picture alliance

Diese Bilder aus Stockholm blieben den Menschen in wohl ganz Europa lange Jahre im Gedächtnis. Straßen wurden nach ihm benannt, politische Institutionen, Jugendclubs auch in Deutschland. Es war einer der spektakulärsten Morde dieser Zeit als der schwedische Ministerpräsident Olof Palme am Abend des 28. Februar 1986 aus nächster Nähe niedergeschossen wurde. Weit mehr als 100 Menschen wollten sich bis heute zu der Tat bekennen, keiner wurde jemals rechtskräftig verurteilt. Die eine Verurteilung, die des drogenabhängigen Kleinkriminellen Christer Pettersson im Juli 1989, verwarf die nächsthöhere Instanz. Aus Mangel an Beweisen.

Die Suche nach dem Täter könnte nun möglicherweise wieder in Gang kommen, durch Ermittlungen in einem ganz anderen Fall, in einem anderen Land. Eva Rausing, die im Juli tot in ihrem Haus im Londoner Nobelviertel Belgravia gefundene drogensüchtige Frau des Tetra-Pak Erben Hans Kristian Rausing, soll Informationen über den Palme-Mord gehabt haben. In einer mysteriösen und krimireifen Wendung zieht die Polizei Verbindungen zu einem der rätselhaftesten Politikermorde der Nachkriegszeit.

Eva Rausing, eine in Texas geborene Amerikanerin, war damals 22 Jahre alt und auf dem Hippie-Trail in Katmandu, wo sie ihren zukünftigen Mann kennen lernte. Sie wird wenig von Palme und Schweden gewusst haben. Aber Scotland Yard bestätigte nun, dass sich im Computer der Toten Informationen befanden, die neues Licht auf den Politikermord werfen könnten. Rausing hatte vor über einem Jahr einen schwedischen Journalisten und die schwedische Staatsanwaltschaft kontaktiert und erklärt, sie habe herausgefunden, wer Palme erschossen habe. Mit dem Journalisten, Gunnar Wall, Autor zweier Bücher über den Fall Palme, wechselte sie Emails und scherzte sogar: „Vergiss nicht, Nachforschungen anzustellen, wenn ich plötzlich sterben sollte. Nur ein Spaß. Hoffentlich“.

Nach Rausings Informationen sollte ein Geschäftsmann der Mord veranlasst haben, dessen Unternehmen durch Palme bedroht gewesen sei. Rausing soll sogar gewusst haben, wo die Mordwaffe versteckt war und von ihrer eigenen Angst vor dem Mörder gesprochen haben. Wie sie in den Besitz der Information gekommen sein will und wie ernst zu nehmen diese Infos sind, ist nicht klar. Die stellvertretende schwedische Generalanklägerin Kerstin Sharp bestätigte am Dienstag, dass ihre Behörde neue Informationen von Scotland Yard erhalten habe. Die Schweden wollen nun Rausings Mann verhören.

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