• Frau hatte auch in Berlin unterrichtet: Falsche Lehrerin zu Bewährungsstrafe verurteilt

Frau hatte auch in Berlin unterrichtet : Falsche Lehrerin zu Bewährungsstrafe verurteilt

Sie unterrichtete in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein. Jahrzehntelang - und mit gefälschten Papieren. Nun ist sie zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Eine 50 Jahre alte Angeklagte versteckt am 17.06.2015 im Amtsgericht von Kiel (Schleswig-Holstein), neben ihrer Anwältin Simone Trolldenier, ihr Gesicht hinter einem Aktenordner. Die Frau aus Wismar hat jahrelang mit gefälschten Papieren in verschiedenen Bundesländern als Lehrerin gearbeitet. Foto: dpa
Eine 50 Jahre alte Angeklagte versteckt am 17.06.2015 im Amtsgericht von Kiel (Schleswig-Holstein), neben ihrer Anwältin Simone...Foto: dpa

Eine falsche Lehrerin, die in mehreren Bundesländern jahrelang mit gefälschten Zeugnissen unterrichtet hat, ist vom Amtsgericht Kiel wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 50-Jährige aus Wismar zunächst ihr Lehrer-Diplom in Deutsch und Staatsbürgerkunde, das sie noch in der DDR erhalten hatte, manipuliert hatte, um als Lehrerin arbeiten zu können.

In den folgenden Jahren hatte sie dann immer wieder Urkunden mit Abschlüssen gefälscht, die sie nie erhalten hat, um weiter in dem Beruf tätig sein zu können. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwalt hatten Bewährungsstrafen gefordert. Die Richterin bescheinigte der 50-Jährigen eine hohe kriminelle Energie.

Sie war zunächst in Mecklenburg-Vorpommern tätig, später in Brandenburg, Berlin, Schleswig-Holstein und wieder in Mecklenburg-Vorpommern. Immer wenn ihre Tätigkeit aufzufliegen drohte, wechselte sie die Schule oder das Bundesland. Erst 2013 flog sie endgültig auf.

Disziplinarverfahren in Berlin

Erst Ende 2012 wurde die mutmaßliche Hochstaplerin vom Schuldienst suspendiert. Ein psychiatrischer Sachverständiger bescheinigte der Angeklagten volle Schuldfähigkeit. Die Frau räumte vor Gericht ein, für ihre Staatsexamina und andere Urkunden über 20 amtliche Stempel gefälscht zu haben, um ihren Papieren den Anschein von Echtheit zu geben. Die Frau schönte nach eigenen Angaben nach der Wende aus Angst vor Arbeitslosigkeit ihre Vita. Ihren Aussagen zufolge gab es bereits an ihrer ersten Station als Lehrerin in Wolgast Verdachtsmomente gegen sie.

Daraufhin wechselte sie nach Brandenburg. Von dort zog sie weiter nach Berlin. Dort ließ sie sich im Zusammenhang mit einem Disziplinarverfahren gegen sie aus dem Beamtenverhältnis auf Probe entlassen. Das hinderte sie aber nicht, mit falschen Papieren ab 2008 an einem Gymnasium in Mölln als Studienrätin tätig zu werden. 2010 wurde die Schulleitung misstrauisch. Ende 2012 wurde sie suspendiert, Anfang 2013 aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Danach arbeitete sie noch an zwei Schulen bei Schwerin. (dpa)

8 Kommentare

Neuester Kommentar