Welt : Frauen und Autos: Vorsicht, Männer

Malin Ihlau

Die Frage ob Männer oder Frauen die besseren Autofahrer seien, ist eine Frage, die wohl immer wieder gestellt werden wird. Sätze, die mit "Frauen sind ... " oder "Frauen haben keine Ahnung von ..." beginnen, beherrschen noch immer viele abendliche Männer-Stammtische.

Wenn es um Technik und Sachverstand bei Autos geht, haben Frauen mehr Ahnung, als viele Männer denken. Nach der neuesten Umfage der DEKRA, deren Ergebnis am Mittwoch in München vorgestellt wurde, haben rund 83 Prozent der Frauen im Auto mit der modernen Technik wie Navigation keinerlei Probleme. Trotzdem meint fast jeder dritte Mann (31 Prozent), Frauen seien mit der Technik überfordert. Beim Auto-Neukauf sind Sicherheitskriterien für Frauen wichtiger als Preis und Benzinverbrauch.

Fast alle Autokäuferinnen (94 Prozent) legen Wert auf Airbag- und ABS-Ausstattung; Optik und Design (52 Prozent) sowie technische Ausstattung (47 Prozent) rangieren weiter hinten. Zwar sind Frauen nach der Verkehrsstatistik im Straßenverkehr noch deutlich unterrepräsentiert, doch waren von 900 000 Führerschein-Neulingen im vergangenen Jahr Frauen mit 53 Prozent schon in der Mehrzahl. Eine Forsa-Umfrage unter rund 1000 Männern und Frauen bestätigte die Angaben der Verkehrsstatistik, wonach Frauen am Steuer seltener verunglücken als Männer sowie in weniger schwere Unfälle verwickelt werden.

Die aktuellste Studie vom Statistischen Bundesamt, herausgekommen am Mittwoch, bestätigt, dass es nach vorläufigen Ergebnissen in diesem Jahr die niedrigste Zahl von Verkehrstoten überhaupt gibt, seit die Statistik im Jahre 1953 eingeführt wurde. Nach der vorläufigen Bilanz sind 3159 Menschen getötet worden, 50 weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Deutlich weniger Tote gab es vor allem in Bayern mit 120 Fällen. Durchschnittlich starben von einer Million Einwohner 38 Menschen im Straßenverkehr. Weit über diesem Durchschnitt lagen Mecklenburg-Vorpommern mit 80 und Brandenburg mit 61 Toten.

Ob "Frauen am Steuer" diese Zahl positiv beeinflusst haben, konnte die Studie nicht sagen. Klemens Große-Vehne, Vorstandsmitglied der DEKRA, fasste jedoch die Ergebnisse der vorliegenden Studie so zusammen: "Uns Männern würde es besser gehen, wenn noch mehr Frauen das Steuer ergreifen würden. Wir hätten weniger Aggressionen im Verkehr, mehr Partnerschaft und weniger Unfälle." Wenn das so stimmt, könnte wiederum eine Forsa-Umfrage die vorsichtige Fahrweise der Frau in Frage stellen. Diese sagt nämlich aus, dass Frauen neuerdings im Straßenverkehr viel mehr flirten als Männer.

Vor allem wird diese Gelegenheit von jeder Dritten genutzt und zwar im Stau! Da die Frau dann wohl nicht die Augen nach vorne konzentriert auf die Straße gerichtet hat, sondern mal links oder rechts mit den Augen zwinkert, könnte sich da höchstens ein Auffahrunfall ergeben. Aber mit einem solchen kommt man meist mit Schleudertrauma und beschädigtem Wagen davon.

Dagegen halten kann man immer noch die Geschichte von Anna-Nicole Smith und die große Unterwäscheplakat-Aktion von Hennes&Mauriz an Bushaltestellen und Straßenrändern. Da hat es vor einigen Jahren Männer beim Fahren "aus der Bahn" gehauen, so sehr, dass die Aktion gestoppt werden musste. Doch zu Flirtverhalten und Autounfällen gibt es noch keine zusammenhängende Statistik.

Andere Fakten aus Flensburg verteidigen die These, dass Frauen vorsichtiger fahren. Denn in ihrer Verkehrssünderkartei waren im vergangenen Jahr 6,6 Millionen "Punktehalter" registriert, der Anteil der Männer lag bei 81,5 Prozent, Frauen waren nur zu 18,2 Prozent vertreten.

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