Welt : Freie Sicht für Europa

Der gefährliche "tote Winkel" bei Rück- und Außenspiegeln von Autos soll ausgeschaltet werden. Nach Plänen der EU-Kommission sollen europaweit verpflichtend Techniken eingeführt werden, die die indirekte Sicht von Auto-, Bus- und Lastwagenfahrern deutlich verbessern und somit lebensgefährliche Unfälle verhindern.

"Hier können europäische Normen Leben retten", sagte auch EU-Kommissar Erkki Liikanen am Freitag in Brüssel. Gerade in Folge der fehlenden Sicht in Bussen oder Lastwagen wegen des toten Winkels würden an Kreuzungen, Einmündungen oder in Kreisverkehren ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Zweiradfahrer oft schwer verletzt oder getötet. Nicht selten sind die Opfer Kinder. Nach den Vorschlägen sollen Personenwagen verpflichtend mit Außenspiegeln auf der Beifahrerseite, Pkw und leichte Nutzfahrzeuge außerdem mit asphärischen (besonders gewölbten) Spiegeln ausgerüstet werden. Der Krümmungsradius der Oberfläche von Hauptaußenspiegeln soll so verändert werden, dass das Sichtfeld vergrößert wird.

Mit der Überarbeitung der zuletzt 1988 geänderten EU-Vorschriften sollen zudem Vorschriften für den Einsatz von Kamerasystemen statt Spiegeln eingeführt werden.

Die Vorschläge beruhten auf Studien, die bereits mit den EU-Mitgliedstaaten und der Industrie erörtert worden seien, hieß es in Brüssel weiter. Der EU-Ministerrat und das Europäische Parlament müssen den Plänen noch zustimmen.

In der gesamten Europäischen Union kommen jährlich nach Angaben der Kommission mehr als 40 000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.

Von den künftigen "Rückspiegel"-Richtlinie, die für die Typengenehmigung vorsehen, dass bei bestimmten Fahrzeugen zusätzliche Spiegel Pflicht werden, erhofft sich die EU-Kommisssion einen Rückgang der Opferzahlen.

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